NVL Chronische Herzinsuffizienz, 3. Auflage – Kurzfassung

10 Rehabilitation

Empfehlungen/Statements

Empfehlungsgrad

10-1 [Hintergrund und Evidenz]

Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz soll nach akut-stationärem Aufenthalt eine Anschlussrehabilitation empfohlen werden.

Starke Empfehlung

10-2 [Hintergrund und Evidenz]

Im ambulanten Setting sollte Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz eine medizinischen Rehabilitation im Antragsverfahren empfohlen werden, wenn trotz bestmöglicher Therapieanpassung durch das interdisziplinäre Team

  • die Grunderkrankung sich chronisch verschlechtert und die Symptome (Dys­pnoe, Flüssigkeitsretention) schwer beherrschbar sind;
  • Komorbiditäten wie Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie oder Niereninsuffizienz sich chronisch verschlechtern und schwer einstellbar sind;
  • die körperliche Trainingstherapie initiiert und anfänglich überwacht werden muss;
  • ein besonderer Bedarf an Schulungen und/oder Lebensstilinterventionen besteht;
  • psychokardiologische Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung und/oder bei der psychischen Stabilisierung notwendig ist;
  • die Aussicht auf Stabilisierung bzw. Verbesserung der sozialen und/oder der beruflichen Teilhabe besteht.

Abgeschwächte Empfehlung

10-3 [Hintergrund und Evidenz]

Ob eine Rehabilitationsmaßnahme beantragt wird und ob sie stationär oder ambulant erfolgt, sollte anhand medizinischer und psychosozialer Aspekte, Patientenpräferenzen und der Verfügbarkeit geeigneter Rehabilitations­einrichtungen entschieden werden.

Abgeschwächte Empfehlung

10-4 [Hintergrund und Evidenz]

Der Übergang zur Rehabilitation sollte unmittelbar nach Abschluss der stationären Akutbehandlung im Rahmen einer Anschlussrehabilitation erfolgen.

Abgeschwächte Empfehlung

10-5 [Hintergrund und Evidenz]

Rehabilitationsprogramme für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz sollen folgende Grundelemente umfassen:

  • Implementierung einer leitlinienkonformen und individuell angemessenen Medikation;
  • ärztlich überwachtes und individuell ausgerichtetes körperliches Training;
  • Erfassung der psychosozialen Situation und ggf. Therapie psychischer Probleme bzw. Sozialberatung;
  • Patientenschulung;
  • Angebote zur Lebensstiländerung (z. B. Raucherentwöhnungsprogramme).

Starke Empfehlung

10-6 [Hintergrund und Evidenz]

Zum Abschluss der Rehabilitationsmaßnahme sollen den Patienten Maßnahmen der strukturierten Versorgung empfohlen und bei Bedarf vermittelt werden.

Starke Empfehlung

10-7 [Hintergrund und Evidenz]

Zum Abschluss der Rehabilitationsmaßnahme sollten die Patienten einen individuellen, alltagsorientierten Übungsplan erhalten.

Abgeschwächte Empfehlung

NVL Chronische Herzinsuffizienz, 3. Auflage, 2019. Version 3 – Kurzfassung
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