Herzschwäche – Meine wichtigsten Medikamente

Sie nehmen mehrere Medikamente ein, weil Sie eine Herzschwäche haben. Diese Medikamente lindern Beschwerden und können das Leben verlängern. Wichtig ist, sie regelmäßig und wie ärztlich verordnet einzunehmen. Nur dann können sie richtig wirken. Hier erfahren Sie, welche Medikamente bei Herzschwäche in Frage kommen und welche Vor- und Nachteile sie haben.

Empfehlung

Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Medikamente für Sie geeignet sind. Nehmen Sie diese wie verordnet ein und sprechen Sie Nebenwirkungen an.

RAS-Hemmer

… Renin-Angiotensin-System-Hemmstoffe (kurz: RAS-Hemmer) sind Medikamente, die den Blutdruck senken und somit das Herz entlasten. Sie hemmen im Körper verschiedene Botenstoffe, wodurch Herz, Gefäße und Nieren auf unterschiedliche Weise beeinflusst werden. Folgende Medikamente gehören zu den RAS-Hemmern:

» ACE-Hemmer

… sorgen dafür, dass der Blutdruck sinkt und sich die Blutgefäße etwas weiten. So muss das Herz nicht so stark pumpen. ACE-Hemmer heißen beispielsweise Enalapril oder Ramipril. Wer durch den ACE-Hemmer einen dauerhaften, starken Husten bekommt, der kann auf ein sogenanntes Sartan umsteigen.

» Sartane

… werden auch als Angiotensin-Rezeptor-Blocker (kurz: ARB) bezeichnet und wirken ähnlich wie ACE-Hemmer. Die einzelnen Wirkstoffe heißen zum Beispiel Candesartan, Losartan und Valsartan.

» Sacubitril/Valsartan

… ist eine Kombination aus zwei Wirkstoffen: Valsartan ist ein blutdrucksenkendes Medikament. Sacubitril sorgt dafür, dass sich im Körper vermehrt Botenstoffe ansammeln, die das Herz schützen. Sie können diese Wirkstoff-Kombination statt ACE-Hemmer beziehungsweise statt Sartane bekommen. Manche Betroffene erhalten diese Kombi auch gleich zu Beginn der Behandlung.

Beta-Blocker

… verhindern, dass Stresshormone im Körper wirken können. Sie senken den Blutdruck und den Herzschlag. 
Die Wirkstoffe heißen etwa Bisoprolol oder Metoprolol. Anfangs können sich Beschwerden der Herzschwäche durch Beta-Blocker verschlechtern. Daher steigert man die Dosis langsam.

SGLT2-Hemmer (Gliflozine)

… sind eigentlich Medikamente gegen Diabetes mellitus. Sie sorgen dafür, dass der Körper mehr Zucker über den Urin ausscheidet. Dadurch sinkt der Blutdruck und man kann etwas an Gewicht verlieren. Gliflozine, die bei Herzschwäche zum Einsatz kommen, heißen Dapagliflozin oder Empagliflozin.

Aldosteron-Antagonisten

… fördern die Ausschüttung von Urin. Zudem hemmen sie Botenstoffe, die einem schwachen Herz weiter schaden können. Die Wirkstoffe heißen zum Beispiel Spironolacton oder Eplerenon.

Wie viele Medikamente auf einmal?

Für alle genannten Medikamente ist belegt, dass sie das Leben verlängern, Einweisungen ins Krankenhaus verhindern und Beschwerden lindern können. Wie viele Medikamente Sie bekommen, hängt von Ihren Beschwerden ab und davon, wie gut Sie die Medikamente vertragen. Eine Vierfach-Kombination aus diesen vier Medikamenten-Gruppen kann empfehlenswert sein. Fachleute gehen davon aus, dass die lebensverlängernde Wirkung dieser Medikamente am stärksten ist, wenn man alle vier Wirkstoffe einnimmt. Genau weiß man das nicht. Gute Studien dazu fehlen. Aber nicht immer ist diese Kombination sinnvoll: Mehr Medikamente führen auch zu mehr Nebenwirkungen.
Wer beispielsweise körperlich geschwächt ist, ein hohes Risiko für Schwindel und Stürze hat oder wer schon viele andere Medikamente nimmt, für den kann eine Zwei- oder Dreifach-Kombination vorteilhafter sein. Üblicherweise erhält man dann zunächst einen ACE-Hemmer und einen Beta-Blocker.
Wichtig ist, dass der Arzt oder die Ärztin die Medikamente nach und nach ansetzt und die Dosis langsam steigert. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: www.patienten-information.de/patientenblaetter/herzinsuffizienz-medikamente-richtig-einstellen.

Zusätzlich: Diuretika

Diuretika sind Medikamente, die Wasser aus dem Körper ausschwemmen. Umgangssprachlich werden sie auch "Entwässerungstabletten" oder "Wassertabletten" genannt. Wenn sich bei Ihnen Wasser in den Beinen oder in der Lunge ansammelt, dann empfehlen Fachleute Ihnen Diuretika. Diese nehmen Sie zusätzlich zu den lebensverlängernden Medikamenten ein.

Als Nebenwirkungen können unter anderem Müdigkeit, Schwäche oder Schwindel auftreten. Der Blutdruck kann zu niedrig sein.

Übersicht: Wie wirken die unterschiedlichen Medikamente?

Dezember 2023, herausgegeben von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung

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Internet www.nakos.de 
Telefon 030 31018960

Dieses Patientenblatt ist Bestandteil der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) "Chronische Herzinsuffizienz".

Weiterführende Links

Für diese Information haben wir die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Chronische Herzinsuffizienz genutzt. Diese ist für Ärztinnen, Ärzte und andere medizinische Fachleute gedacht.

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zuletzt verändert: 01.09.2025 | 10:24 Uhr