Bei einer Depression gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Die wichtigsten sind Psychotherapie oder Medikamente, sogenannte Antidepressiva. Beide können die Beschwerden einer Depression verbessern, haben aber auch Nachteile. Daher ist es oft nicht leicht, sich zu entscheiden. Welche Unterschiede es gibt, erfahren Sie hier.
Empfehlung
Lassen Sie sich die Vor- und Nachteile einer Psychotherapie und von Antidepressiva erläutern. Entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Psychotherapeutin, welche Behandlung geeignet ist.
Was ist eine Psychotherapie?
Eine Psychotherapie ist eine Behandlung für seelische Krankheiten. Sie kann in Praxen oder Krankenhäusern stattfinden.
Bis Sie einen Termin für die Therapie bekommen, kann es dauern. Viele Praxen haben Wartelisten.
Eine Psychotherapie kann als Einzel-, Gruppen-, Paar- oder Familientherapie angeboten werden.
Bei einer Psychotherapie finden regelmäßige Sitzungen statt, für die Sie Termine vereinbaren.
Im Mittelpunkt der Behandlung steht das Gespräch. Ihre Psychotherapeutin oder Ihr Psychotherapeut hilft Ihnen dabei zu erkennen, welche Probleme im Zusammenhang mit Ihrer Depression stehen. Außerdem gehören zur Behandlung je nach Psychotherapie-Verfahren zum Beispiel tiefergehende Gespräche oder Übungen, um neue Verhaltens- und Denkweisen zu erproben.
» Welche Psychotherapie-Verfahren gibt es?
Bei einer Depression sind mehrere Psychotherapie-Verfahren wirksam und können in Frage kommen. Die gesetzlichen Kassen bezahlen derzeit folgende Verfahren, wenn Ihre Behandlung in einer Praxis erfolgt:
Daneben gibt es die Interpersonelle Psychotherapie und die Gesprächspsychotherapie. Sie werden aber nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt, außer sie finden im Krankenhaus statt. Daher sollten Sie sich vor einer Psychotherapie informieren, wer die Kosten übernimmt.
Mehr über die Psychotherapie-Verfahren erfahren Sie hier: www.patienten-information.de/depr/pt-verfahren.
Was sind Antidepressiva?
Antidepressiva sind wirksame Medikamente gegen Depressionen. Sie sollen helfen, indem sie bestimmte Botenstoffe wieder ins Gleichgewicht bringen.
Antidepressiva können nur wirken, wenn Sie sie regelmäßig und wie verordnet einnehmen. Wichtig zu wissen ist auch, dass sich einige Antidepressiva nicht mit bestimmten anderen Medikamenten vertragen – es kann zu Wechselwirkungen kommen.
» Welche Antidepressiva gibt es?
Es gibt verschiedene Arten von Antidepressiva. Diese haben eine unterschiedliche Wirkung: Einige steigern den Antrieb, während andere eher beruhigen. Welches Antidepressivum bei Ihren Beschwerden am geeignetsten ist, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Aus Studien lässt sich nicht ableiten, welches Antidepressivum bei einer Depression am besten hilft: Viele sind in ihrer Wirksamkeit etwa vergleichbar.
Mehr zu Antidepressiva finden Sie in einem anderen Informationsblatt:
www.patienten-information.de/depr/antidepressiva.
Was ist das Richtige für mich?
Welche Behandlung für Sie die richtige ist, hängt vor allem von der Schwere der Depression und vom Krankheitsverlauf ab. Bei einer mittelschweren Depression kann beispielsweise sowohl eine Psychotherapie als auch ein Antidepressivum in Frage kommen. Beides kann sehr wahrscheinlich gleich gut helfen. Bei einer schweren Depression wirkt eine Kombination aus beiden am besten.
Außerdem spielen unter anderem Ihre eigenen Erwartungen an die Behandlung und Ihre Lebenssituation eine Rolle.
Daher ist es ratsam, dass Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Psychotherapeuten darüber reden und Fragen stellen. Um gut entscheiden zu können, müssen Sie zum Beispiel wissen: Was erwartet mich bei der Behandlung? Wie aufwändig ist die Behandlung? Kann es Nebenwirkungen geben?
Um Ihnen bei der Entscheidung zu helfen, haben wir in der Tabelle wichtige Informationen zu den beiden Behandlungsmöglichkeiten zusammengefasst.
Übersicht: Psychotherapie und Antidepressiva
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Psychotherapie |
Antidepressiva |
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Wo findet die Behandlung statt? |
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Wann kann die Behandlung in einer Praxis beginnen? |
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Wie läuft die Behandlung ab? |
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Wieviel Zeit muss ich für die Behandlung einplanen? |
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Wann zeigt sich eine Wirkung ? |
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Hilft die Behandlung immer? |
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Wie lange dauert die Behandlung insgesamt? |
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Kann es Nebenwirkungen geben? |
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Bezahlt die Krankenkasse die Behandlung? |
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Wo Sie eine Selbsthilfeorganisation in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen).
Internet www.nakos.de
Telefon 030 31018960
Selbsthilfe-Organisationen:
Dieses Patientenblatt ist Bestandteil der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) "Unipolare Depression".
Weiterführende Links
Für diese Information haben wir die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Unipolare Depression genutzt. Diese ist für Ärztinnen, Ärzte und andere medizinische Fachleute gedacht.