NVL Chronische Herzinsuffizienz, 3. Auflage – Kurzfassung

4 Therapieplanung

Therapieoptionen und Wahl der Behandlung

 Algorithmus Abbildung 4: Therapieoptionen bei chronischer Herzinsuffizienz
(zum Vergrößern Abbildung bitte anklicken)

abbildung-4-therapieoptionen-bei-chronischer-herzinsuffizienz.png

Empfehlungen/Statements

Empfehlungsgrad

4-1 [Hintergrund und Evidenz]

Patient und Arzt sollen initial und wiederholt im Erkrankungsverlauf Therapieziele vereinbaren und nach vollständiger und verständlicher Aufklärung über Nutzen und Schaden der Therapieoptionen Behandlungsentscheidungen im Sinne einer gemeinsamen Entscheidungsfindung treffen.

Starke Empfehlung

4-2 [Hintergrund und Evidenz]

Bei multimorbiden Patienten soll eine Priorisierung der komplexen Problemlagen erfolgen. Die Therapien der Einzelerkrankungen werden nicht unkritisch addiert, sondern die Behandlung soll einem individuellen Gesamtkonzept folgen, das sowohl die Wertvorstellungen, Therapieziele und Präferenzen des Patienten als auch die Perspektive des behandelnden Arztes berücksichtigt.

Starke Empfehlung

4-3 [Hintergrund und Evidenz]

Multimorbiden und/oder älteren Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz sollen die in dieser Leitlinie empfohlenen Therapiemaßnahmen angeboten werden, jedoch unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Therapieziele, der spezifischen Begleiterkrankungen und gegebenenfalls in angepasster Dosierung.

Starke Empfehlung

4-4 [Hintergrund und Evidenz]

In die Therapieplanung sollen

  • psychische und psychosomatische Komorbiditäten;
  • die kognitive Leistungsfähigkeit;
  • das soziale Umfeld sowie
  • mögliche psychosoziale Auswirkungen therapeutischer Maßnahmen

einbezogen werden.

Starke Empfehlung

4-5 [Hintergrund und Evidenz]

Bei jedem Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz soll unter Berücksichtigung der Gesamtsituation des Patienten wenn möglich die Ursache der Herzinsuffizienz behandelt werden.

Starke Empfehlung

 Tabelle Tabelle 12: Mögliche kausale Therapieansätze bei chronischer Herzinsuffizienz*

Ätiologie

Interventionsbeispiele

Arterielle Hypertonie

Antihypertensive Therapie (siehe Kapitel 8 Komorbiditäten)

KHK mit ischämischem Myokard

Myokardrevaskularisation (siehe Kapitel 7.4 Revaskularisation)

Ventrikelaneurysma, Myokardnarbe

Aneurysmektomie, Ventrikelrekonstruktion (siehe Kapitel 7.8 Ventrikelrekonstruktion/Aneurysmektomie)

Angeborene/erworbene Vitien

Operative/interventionelle Therapie (siehe Kapitel 7.5 Behandlung von Klappenvitien)

Perikardkonstriktion

Operative Perikardektomie

Tachykardie

Antiarrhythmika, Kardioversion, Ablation (z. B. bei Vorhofflimmern)

Bradykardie

Schrittmachertherapie

Schilddrüsenfunktionsstörungen:
Hyper- oder Hypothyreose

Varia zur Erzielung einer Euthyreose

Toxische/metabolische Kardiomyopathie

Karenz, ggf. Entzugsbehandlung

Chronische Anämie

Anämieabklärung und -korrektur (siehe Kapitel 8.9 Anämie und Eisenmangel)

Hypertrophe Kardiomyopathie

TASH, subvalvuläre Myektomie

Speichererkrankungen (Amyloidose, Fabry)

spezifische medikamentöse Therapie

Asynchroner Kontraktionsablauf

Resynchronisation (siehe Kapitel 7.1 Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT))

*zur Indikationsstellung siehe Kapitel 3 Diagnostik

NVL Chronische Herzinsuffizienz, 3. Auflage, 2019. Version 3 – Kurzfassung
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