6 Versorgungskoordination

NVL Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen bei Diabetes

2. Auflage, 2015. Version 2 – Druckversion (PDF ) | Kapitelübersicht | weitere Informationen

Empfehlungen/Statements

Empfehlungsgrad

6-1

Die Koordination der regelmäßigen augenärztlichen Untersuchung sollte Aufgabe des betreuenden Hausarztes oder (spezialisierten) Facharztes sein und sollte durch gezieltes Erinnern des Patienten (z. B. im Rahmen von strukturierten Behandlungsprogrammen) unterstützt werden.

Expertenkonsens

sollte

Die Betreuung des Menschen mit Diabetes erfordert die Zusammenarbeit aller Sektoren (ambulant und stationär) und Einrichtungen. Eine qualifizierte Behandlung muss über die gesamte Versorgungskette gewährleistet sein. Bei Netzhautkomplikationen ist in Bezug auf das Management der Patienten eine klare Trennung zwischen den Bereichen "Hausärztliche Versorgung/Diabetologische Versorgung" und "Augenärztliche Versorgung" möglich.

Die Behandlung des Diabetes und die Koordination der Behandlung mit anderen Fachbereichen im Rahmen der gesamten Therapie liegen beim Hausarzt, ggf. auch Diabetologen.

Eine Mitbetreuung durch den Augenarzt erfolgt:

  • regelmäßig im Rahmen der Kontrolluntersuchungen auf möglicherweise vorliegende Schädigungen der Retina;
  • sofort bei auftretenden Komplikationen;
  • nach Bedarf durch Festlegung des Augenarztes im Rahmen einer engmaschigeren Überwachung oder im Rahmen von augenärztlichen Behandlungen oder Nachkontrollen nach Behandlungen.

Die Kontrolle der Einhaltung regelmäßiger Augenuntersuchungen liegt vor allem bei Patienten ohne diabetische Retinopathie maßgeblich beim Hausarzt/Diabetologen. Der Überprüfung auf Einhaltung der augenärztlichen Kontrolluntersuchungen, z. B. unterstützt durch EDV-gestützte Wiedervorlagesysteme und durch Eintragungen in Patientenpässe, kommt eine besondere Bedeutung zu. Die Kommunikation zwischen Hausarzt/Diabetologen und Augenarzt kann durch die Verwendung standardisierter Untersuchungsbögen optimiert werden (siehe auch Empfehlungen 3-7 und 3-8 sowie Anhang 1 und Anhang 2):

  • Der überweisende Hausarzt/Diabetologe teilt dem Augenarzt die diabetologischen Befunde, einschließlich der anderen Risikofaktoren des Patienten mit.
  • Der Augenarzt teilt dem Hausarzt/Diabetologen die Untersuchungsergebnisse einschließlich möglicher Änderungen der Untersuchungsintervalle und möglicherweise erforderlicher Therapie mit.

Abbildung 3: Flussdiagramm Versorgungskoordination
(zum Vergrößern Abbildung bitte anklicken)

Abbildung 3: Flussdiagramm Versorgungskoordination

zurück nach oben


Zurück zu Kapitel 5 | Weiter zu Kapitel 7

zuletzt verändert: 15.06.2017 12:35