Glossar

NVL Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen bei Diabetes

2. Auflage, 2015. Version 2 – Druckversion (PDF ) | Kapitelübersicht | weitere Informationen

Harte Exsudate

extravaskuläre Ablagerungen von Lipidtranssudaten

Weiche Exsudate

Ischämie der Nervenfaserschicht

Klassifikation der Schweregrade der Sehbeeinträchtigung (WHO)

Stufen gemäß WHO

Sehfähigkeit mit bestmöglicher Korrektur

1

Visus (Sehschärfe) von 0,3 bis 0,1

2

Visus von 0,1 bis 0,05

3

Visus von 0,05 bis 0,02

4

Visus von 0,02 bis Lichtwahrnehmung

5

Keine Lichtwahrnehmung

 

ETDRS-Skala

Die Buchstabenabkürzung "ETDRS" stammt aus der Studie "Early Treatment Diabetic Retinopathy Study". Der kleinste Wert auf dieser Skala ist 10/10 (z. B. keine Retinopathie in beiden Augen), ein hoher Wert ist 53/53 (z. B. fortgeschrittene nicht-proliferative diabetische Retinopathie in beiden Augen). Bei Werten über 53/53 spricht man von einer proliferativen Retinopathie

ETDRS-Wert

Schweregrad

10

keine diabetische Retinopathie (DR)

20

nur Mikroaneurysmen

35

milde, nicht-proliferative DR

43

mittelschwere nicht-proliferative DR

47

mäßig schwere nicht-proliferative DR

53

schwere nicht-proliferative DR

61, 65, 71, 75, 81

proliferative DR

 

OCT (optische Kohärenztomografie)

Bei der optischen Kohärenztomografie (optical coherence tomograhpy, OCT) im Augenbereich werden Streuungseigenschaften des verschiedenen Gewebe des Auges in Bilder übersetzt, die Informationen über die Entfernung einer Gewebsschicht enthalten und Gewebsveränderungen mit einer hohen Auflösung wiedergeben können. In der Augenheilkunde wurden bisher technisch betrachtet zwei OCT-Verfahren eingesetzt – die ältere Time Domain-OCT (TD-OCT) und deren Weiterentwicklung die Spectral Domain-OCT (SD-OCT). Bei der TD-OCT wird die Zeit, die von Gewebeschichten reflektiertes Licht benötigt, mit Hilfe eines mechanischen Spiegels gemessen, was das Messverfahren und damit die Auflösung auf etwa 400 axiale Scans pro Sekunde limitiert. Im Gegensatz dazu sind bei der SD-OCT etwa 100 Mal mehr Scans (ca. 40 000/sec) möglich, da die zeitliche Verschiebung mehrerer Wellenlängen simultan gemessen und über eine Fourier-Transformation, also nicht mechanisch, bestimmt wird. Das erste OCT-Gerät im Augenbereich wurde 1991 öffentlich vorgestellt. Dieses Gerät hatte ein axiales Auflösungsvermögen von 15 µm, die ersten kommerziell erhältlichen TD-OCT-Geräte (1996) konnten dies auf 10 µm steigern. Die heute fast nur noch eingesetzte SD-OCT erreicht eine axiale Auflösung von bis zu 5 µm. Im Bereich der neurosensorischen Netzhaut können frühe Stadien einer Makulopathie erfasst und im Verlauf dargestellt werden.

signifikantes
Makulaödem

Mindestens ein Kriterium ist erfüllt:

  • Netzhautödem reicht bis in die Fovea;
  • Netzhautödem reicht bis zu 500 µm vom Zentrum, evtl. mit harten Exsudaten;
  • Netzhautödem reicht bis 1 500 µm vom Zentrum und hat eine Fläche von über einer Papillenfläche.

klinisch signifikantes
Makulaödem
[130]

Mindestens ein Kriterium ist erfüllt:

  • Netzhautödem im oder bis zu 500 µm entfernt vom Zentrum der Makula;
  • harte Exsudate in oder innerhalb von 500 µm vom Zentrum der Makula entfernt mit Ödem der umgebenden Netzhaut;
  • Netzhautödem mit einer Fläche eines Sehnervenkopf-Durchmessers, das zumindest teilweise in einer Zone von der Fläche eines Sehnervenkopf-Durchmessers um das Zentrum der Makula liegt.

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zuletzt verändert: 15.06.2017 12:35