Empfehlungen

NVL Asthma

3. Auflage, 2018. Version 1 – Druckversion (PDF ) | Kapitelübersicht | weitere Informationen

Die Empfehlungen der NVL Asthma sind im Folgenden zusammengefasst. Zur Einordnung in den Kontext der NVL klicken Sie bitte bei den jeweiligen Empfehlungen auf "Hintergrund und Evidenz".

1 Definition und Epidemiologie

Empfehlungen/Statements

Empfehlungsgrad

1-1 | Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Bei Erwachsenen liegt ein schweres Asthma vor, wenn unter Therapie mit inhalativen Corticosteroiden (ICS) in Höchstdosis (siehe Tabelle 6) und mindestens einem zusätzlichen Langzeitmedikament (Langwirkendes Beta-2-Sympathomimetikum oder Montelukast) oder oralen Corticosteroiden (OCS) > 6 Monate/Jahr mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft bzw. bei Reduktion der Therapie zutreffen würde:
  • Atemwegsobstruktion: FEV1 < 80% des Sollwertes (FEV1/FVC < LLN);
  • häufige Exazerbationen: ≥ 2 corticoidsteroidpflichtige Exazerbationen in den letzten 12 Monaten;
  • schwere Exazerbationen: ≥ 1 Exazerbation mit stationärer Behandlung oder Beatmung in den letzten 12 Monaten;
  • teilweise kontrolliertes oder unkontrolliertes Asthma (siehe Abbildung 2).

Statement

1-2 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Bei Kindern und Jugendlichen liegt ein schweres Asthma vor, wenn bei sachgerechter und adäquat durchgeführter Therapie mit dem Ziel einer guten Asthmakontrolle dauerhaft (> 6 Monate) eine Add-on-Therapie mit einem LAMA oder einem monoklonalen Antikörper erfolgen und/oder eine hohe ICS-Tagesdosis verabreicht werden muss.

Statement

2 Diagnostik und Monitoring

Empfehlungen/Statements

Empfehlungsgrad

2-1 [Hintergrund und Evidenz]

Bei Verdacht auf ein Asthma soll eine ausführliche Anamnese unter Berücksichtigung der in Tabelle 2 genannten Symptome, auslösenden Faktoren, Komorbiditäten und Risikofaktoren erhoben werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

2-2 [Hintergrund und Evidenz]

Um die Diagnose eines Asthmas zu erhärten, soll eine variable, (partiell) reversible Atemwegsobstruktion durch eine Lungenfunktionsprüfung, typischerweise spirometrisch, nachgewiesen werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

2-3 [Hintergrund und Evidenz]

Die Spirometrie mit Darstellung der vollständigen Fluss-Volumen-(FV)-Kurve soll die Basis der Funktionsdiagnostik sein. Da das Verfahren mitarbeitsabhängig ist, sollen ggf. zusätzlich weniger mitarbeitsabhängige Methoden herangezogen werden (z. B. Bodyplethysmographie).

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

2-4 [Hintergrund und Evidenz]

Bei der Spirometrie sollen die besten Werte aus mindestens drei reproduzierbaren Fluss-Volumen-Kurven verwendet werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

2-5 [Hintergrund und Evidenz]

Bei Patienten mit nachgewiesener Atemwegsobstruktion soll zur Bestätigung der Diagnose zunächst ein Reversibilitätstest mit kurzwirkenden Beta-2-Sympathomimetika (SABA) durchgeführt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

2-6 [Hintergrund und Evidenz]

Zusätzlich kann ein Reversibilitätstest mit einem rasch wirksamen Anticholinergikum durchgeführt werden.

Empfehlungsfeil "kann"

2-7 [Hintergrund und Evidenz]

Bei Patienten mit begründetem Verdacht auf ein Asthma kann zur Sicherung der Diagnose zeitlich begrenzt ein Therapieansprechen auf ICS oder OCS geprüft werden.

Empfehlungsfeil "kann"

2-8 [Hintergrund und Evidenz]

Sofern die Lungenfunktion nicht eingeschränkt ist, aber die Anamnese für ein Asthma spricht, sollte die Diagnose durch den Nachweis einer unspezifischen bronchialen Hyperreagibilität erhärtet werden.

sollte

2-9 [Hintergrund und Evidenz]

Die Diagnose des Asthmas soll nicht ausschließlich durch Anwendung der Peak-Flow-Messung (PEF) gestellt werden.

soll nicht

2-10 [Hintergrund und Evidenz]

Der diagnostische Zusatznutzen von FeNO in der Primärdiagnostik ist Gegenstand aktueller Forschung. Konfirmatorische Studien liegen noch nicht vor. Das Vorliegen von hohen FeNO-Werten erhöht die Wahrscheinlichkeit für die Diagnose Asthma und für das Ansprechen auf ICS. Ein niedriger FeNO-Wert schließt die Diagnose Asthma nicht aus.

Statement

2-11 [Hintergrund und Evidenz]

Bei fehlendem Ansprechen auf die Therapie, häufigen Bronchialinfekten, Lungeninfiltraten oder bei schwerem Asthma sollte aus differentialdiagnostischen Gründen eine ergänzende Labordiagnostik erfolgen.

sollte

2-12 [Hintergrund und Evidenz]

Bei Patienten mit Asthma und positiver Anamnese (siehe Empfehlung 2-1) soll eine allergologische Stufendiagnostik durchgeführt werden.

Diese besteht aus:

1. Allergieanamnese einschließlich Berufsanamnese (ggf. Fragebogen);

2. Nachweis der allergenspezifischen, Immunglobulin E (IgE) vermittelten Sensibilisierung mittels:

    • Prick-Hauttest und/oder
    • Bestimmung des spezifischen IgE;
    • ggf. allergenspezifischen Organprovokationstests.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

2-13 [Hintergrund und Evidenz]

Im Zweifel soll die Diagnose Asthma überprüft bzw. in Frage gestellt werden, insbesondere:
  • bei unzureichender Kontrolle trotz leitliniengerechter Therapie oder
  • nach einem mehrmonatigen Auslassversuch unter Berücksichtigung saisonaler Triggerfaktoren.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

2-14 [Hintergrund und Evidenz]

Als Grundlage der Therapie(-anpassung) ist die Beurteilung der Asthmakontrolle maßgeblich. Sie beruht auf klinisch leicht zu erfassenden Parametern.

Es werden drei Grade der Asthmakontrolle definiert:

  • kontrolliertes Asthma;
  • teilweise kontrolliertes Asthma;
  • unkontrolliertes Asthma.

(siehe Abbildung 2 und Abbildung 3)

Statement

2-15 [Hintergrund und Evidenz]

Der Grad der Asthmakontrolle soll in regelmäßigen Abständen überprüft werden, um festzustellen, ob die Therapieziele erreicht werden und eine Anpassung der Therapie (Intensivierung/Reduktion) indiziert ist.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

2-16 [Hintergrund und Evidenz]

Bei jeder Verlaufskontrolle sollen folgende Parameter erhoben werden:
  • Asthmasymptome tagsüber;
  • Asthmasymptome bei körperlicher Belastung;
  • nächtliches Erwachen aufgrund von Symptomen;
  • Häufigkeit des Einsatzes von Bedarfsmedikation;
  • Einschränkungen der Aktivitäten des Alltags;
  • Therapieadhärenz;
  • Inhalationstechnik;
  • Häufigkeit des Auftretens und Auslöser von Exazerbationen;
  • Wirksamkeit und Verträglichkeit der medikamentösen Therapie.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

2-17 [Hintergrund und Evidenz]

Bei Patienten mit Asthma, die eine Unterweisung in ein geeignetes Gerät erhalten haben, kann die PEF-Messung für das Monitoring und zur Verbesserung der Selbsteinschätzung empfohlen werden.

Empfehlungsfeil "kann"

2-18 [Hintergrund und Evidenz]

Das Monitoring mittels repetitiver FeNO-Messung kann bei Patienten mit häufigen Exazerbationen eingesetzt werden, um durch Therapieanpassung weitere Exazerbationen zu reduzieren.

Empfehlungsfeil "kann"

zurück nach oben

3 Therapieplanung und gemeinsame Entscheidungsfindung

Zu diesem Kapitel liegen keine Empfehlungen oder Statements vor.

4 Medikamentöse Therapie

Empfehlungen/Statements

Empfehlungsgrad

4-1 [Hintergrund und Evidenz]

Die gebräuchlichsten Antiasthmatika sind zur inhalativen Applikation verfügbar. Bei Vorliegen mehrerer Darreichungsformen eines Wirkstoffes soll die inhalative Applikation bevorzugt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-2 [Hintergrund und Evidenz]

Patienten mit diagnostiziertem Asthma sollen gemäß Stufenschema (siehe Abbildung 4 und Abbildung 5) behandelt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-3 [Hintergrund und Evidenz]

Ein geringer Bedarf an kurzwirkenden Beta-2-Sympathomimetika (SABA) ist ein wichtiges Ziel und ein Kriterium für den Erfolg der Therapie.

Statement

4-4 | Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Die Therapie mit inhalativen Corticosteroiden (ICS) soll bei Erwachsenen in den Therapiestufen 2 bis 5 die Basis der Langzeittherapie sein.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-5 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Die Therapie mit inhalativen Corticosteroiden (ICS) soll bei Kindern und Jugendlichen in den Therapiestufen 2 bis 6 die Basis der Langzeittherapie sein.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-6 [Hintergrund und Evidenz]

Es soll keine Monotherapie mit einem inhalativen langwirkenden Beta-2-Sympathomimetikum (LABA) durchgeführt werden.

soll nicht

4-7 [Hintergrund und Evidenz]

Es soll keine Monotherapie mit einem inhalativen langwirkenden Anticholinergikum (LAMA) durchgeführt werden.

soll nicht

4-8 [Hintergrund und Evidenz]

Die Asthmakontrolle soll mit der geringstmöglichen Anzahl von Antiasthmatika in der niedrigstmöglichen Dosis aufrechterhalten werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-9 [Hintergrund und Evidenz]

Falls keine Asthmakontrolle mit der Therapie erzielt wird, sollen zunächst verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, bevor die Therapie intensiviert wird:
  • Überprüfung der Inhalationstechnik (Vorführung durch den Patienten);
  • Überprüfung des Schulungsbedarfes;
  • Kontrolle der Therapieadhärenz;
  • Allergie- und Umweltkontrolle;
  • Beachtung von Komorbiditäten;
  • Beachtung aggravierender Faktoren;
  • Überprüfung der Diagnose Asthma.

(siehe Abbildung 6)

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-10 [Hintergrund und Evidenz]

Bei unkontrolliertem Asthma soll eine Intensivierung der Therapie den Stufenschemata folgend empfohlen werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-11 [Hintergrund und Evidenz]

Bei teilweise kontrolliertem Asthma sollte eine Intensivierung der Therapie den Stufenschemata folgend erwogen werden.

sollte

4-12 [Hintergrund und Evidenz]

Nach einer Intensivierung der Langzeittherapie gemäß Stufenschema soll die Asthmakontrolle innerhalb von drei Monaten überprüft werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-13 [Hintergrund und Evidenz]

Vor einer möglichen Reduktion der Therapie mit ICS soll das Asthma für mindestens drei Monate kontrolliert sein.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-14 [Hintergrund und Evidenz]

Bei Patienten mit saisonalem Asthma sollte die Therapie an die saisonale Pollenexposition angepasst werden.

sollte

4-15 [Hintergrund und Evidenz]

Patienten mit Asthma sollen darauf hingewiesen werden, dass jede Beendigung einer Langzeittherapie mit entweder oralen oder inhalativen Corticosteroiden eine mögliche Gefährdungssituation darstellt.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-16 [Hintergrund und Evidenz]

Wird eine Therapie mit Corticosteroiden oder monoklonalen Antikörpern abgesetzt, sollen Patienten engmaschig überwacht werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-17 [Hintergrund und Evidenz]

Für jede Therapiestufe soll als Bedarfsmedikament ein SABA eingesetzt werden, um akut auftretende Symptome zu behandeln.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-18 | Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Bei erwachsenen und jugendlichen Patienten ab einem Alter von 12 Jahren, die eine Langzeittherapie mit einer Fixkombination aus ICS und Formoterol erhalten, kann diese Fixkombination auch als Bedarfsmedikament eingesetzt werden.

Empfehlungsfeil "kann"

4-19 | Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Wird ein Bedarfsmedikament von erwachsenen Patienten mehr als zweimal wöchentlich angewendet, soll eine antientzündliche Langzeittherapie begonnen werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-20 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Bei Kindern und Jugendlichen soll die medikamentöse Langzeittherapie so begonnen und angepasst werden, dass alle Alltagsaktivitäten ohne Bedarfsmedikation möglich sind.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-21 [Hintergrund und Evidenz]

Bei bisher unbehandelten Patienten mit Kriterien eines teilweise kontrollierten Asthmas sollte die Langzeittherapie in der Regel auf Stufe 2 begonnen werden.

sollte

4-22 [Hintergrund und Evidenz]

Bei bisher unbehandelten Patienten mit Kriterien eines unkontrollierten Asthmas sollte die Langzeittherapie mindestens auf Stufe 3 begonnen werden.

sollte

4-23 [Hintergrund und Evidenz]

In Stufe 2 soll bevorzugt ein niedrigdosiertes ICS angewandt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-24 | Patienten ab 15 Jahren [Hintergrund und Evidenz]

Die Monotherapie mit Montelukast soll bei Patienten ab einem Alter von 15 Jahren nicht eingesetzt werden, es sei denn die Patienten sind nicht in der Lage, ICS zu inhalieren, oder es treten inakzeptable Nebenwirkungen unter ICS auf.

soll nicht

4-25 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Bei Kindern und Jugendlichen, die Corticosteroide erhalten, sollen folgende Maßnahmen berücksichtigt werden:
  • Einstellung auf die niedrigste wirksame Dosierung;
  • regelmäßige Kontrolle der Körpergröße mit Erfassung in einer Wachstumskurve;
  • bei Verdacht auf Nebennierenrinden-Suppression: Diagnostik bzw. Behandlung.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-26 | Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Bei Erwachsenen soll in Stufe 3 bevorzugt eine Kombination aus einem niedrigdosierten ICS und einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum (LABA) eingesetzt werden. Alternativ soll ein ICS in mittlerer Dosis eingesetzt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-27 [Hintergrund und Evidenz]

Wird eine Kombination aus ICS und LABA angewendet, soll diese in Form einer Fixkombination erfolgen.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-28 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Bei Kindern und Jugendlichen soll in Stufe 3 die Monotherapie mit einem mitteldosierten ICS empfohlen werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-29 | Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Bei Erwachsenen soll in Stufe 4 bevorzugt die Kombination aus einem ICS im mittleren oder hohen Dosisbereich und einem LABA angewandt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-30 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Bei Kindern und Jugendlichen soll in Stufe 4 eine Kombinationstherapie aus einem mitteldosierten ICS mit einem LABA oder/und einem LTRA empfohlen werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-31 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Kinder und Jugendliche, deren Asthma eine Behandlung der Stufe 4 erfordert, sollten zu einem pädiatrischen Pneumologen überwiesen werden.

sollte

4-32 | Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Die Indikation zur Therapie mit monoklonalen Antikörpern sollte erst gestellt werden, wenn selbst unter dreimonatiger maximaler inhalativer antiobstruktiver Kombinationstherapie mit einem ICS in Höchstdosis, einem LABA und einem LAMA (Tiotropium) keine Asthmakontrolle erreicht wird.

sollte

4-33 | Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Ein Therapieversuch mit Omalizumab für mindestens vier Monate soll bei Erwachsenen in Stufe 5 empfohlen werden, wenn folgende Kriterien vorliegen:
  • schweres IgE-vermitteltes allergisches Asthma und
  • positiver Hauttest oder in-vitro Reaktivität gegen ein ganzjährig auftretendes Aeroallergen und
  • IgE-Serumkonzentration unter Berücksichtigung des Körpergewichts im therapierbaren Bereich und
  • erfolgte Eliminierung vermeidbarer Allergenexpositionen.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-34 | Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Ein Therapieversuch mit Mepolizumab, Reslizumab oder Benralizumab für mindestens vier Monate sollte bei Erwachsenen in Stufe 5 erwogen werden, wenn folgende Kriterien vorliegen:
  • schweres eosinophiles Asthma und
  • zweimaliger Nachweis einer Konzentration von > 300 Eosinophilen pro µl Blut außerhalb von Exazerbationen in den vergangenen zwei Jahren.

sollte

4-35 | Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Die Indikationsstellung und Initiierung einer Behandlung mit monoklonalen Antikörpern soll bei Erwachsenen durch in der Versorgung von schwerem Asthma erfahrene pneumologische Fachärzte erfolgen.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-36 [Hintergrund und Evidenz]

Die Wirksamkeit der Therapie mit monoklonalen Antikörpern soll nach vier und zwölf Monaten, dann in jährlichem Abstand evaluiert werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-37 [Hintergrund und Evidenz]

Die vor Beginn der Behandlung mit monoklonalen Antikörpern bestehende Langzeittherapie soll zunächst beibehalten und erst nach eindeutigem klinischen Ansprechen, kenntlich an einer Verbesserung der Asthmakontrolle, unter engmaschiger Kontrolle reduziert werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-38 | Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Die Langzeittherapie mit systemischen Corticosteroiden soll bei Erwachsenen in Stufe 5 wegen der Gefahr schwerer Nebenwirkungen nicht empfohlen werden, es sei denn, die Asthmakontrolle ist trotz des kombinierten Einsatzes der verschiedenen Therapieoptionen der vorherigen Stufe sowie zusätzlich monoklonaler Antikörper (sofern indiziert und wirksam) unzureichend.

soll nicht

4-39 | Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Bei Erwachsenen soll vor der Behandlung in Stufe 5 die Indikation zu einer Rehabilitation geprüft werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-40 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Bevor bei Kindern und Jugendlichen die Eskalation der Therapie zur Stufe 5 erfolgt, soll die Wirksamkeit der verschiedenen möglichen Therapieoptionen der Stufe 4 evaluiert werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-41 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Kinder und Jugendliche, deren Asthma eine Behandlung in Stufe 5 erfordert, sollen zu einem pädiatrischen Pneumologen überwiesen werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-42 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Kinder und Jugendliche sollten vor dem Übergang in Stufe 5 zur erweiterten Diagnostik in einem kinderpneumologischen Zentrum vorgestellt werden.

sollte

4-43 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Bei Kindern und Jugendlichen sollte vor der Behandlung in Stufe 5 die Indikation zu einer stationären Rehabilitation geprüft werden.

sollte

4-44 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Bei Kindern und Jugendlichen soll in Stufe 5 eine Kombinationstherapie aus einem hochdosierten ICS mit einem LABA oder/und einem LTRA empfohlen werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-45 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Bevor bei Kindern und Jugendlichen die Eskalation der Therapie zur Stufe 6 erfolgt, soll die Wirksamkeit der verschiedenen möglichen Therapieoptionen der Stufe 5 evaluiert werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-46 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Kinder und Jugendliche sollen vor dem Übergang in Stufe 6 zur Durchführung der Differentialdiagnostik und Untersuchung auf Komorbiditäten in einem kinderpneumologischen Zentrum mit der Möglichkeit zur invasiven Diagnostik vorgestellt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-47 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Bei Kindern und Jugendlichen soll vor der Behandlung in Stufe 6 die Indikation zu einer stationären Rehabilitation geprüft werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-48 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Ein Therapieversuch mit Omalizumab für mindestens vier Monate soll bei Kindern ab sechs Jahren sowie Jugendlichen ab Stufe 6 empfohlen werden, wenn folgende Kriterien vorliegen:
  • schweres IgE-vermitteltes allergisches Asthma und
  • positiver Hauttest oder in-vitro Reaktivität gegen ein ganzjährig auftretendes Aeroallergen und
  • IgE-Serumkonzentration unter Berücksichtigung des Körpergewichts im therapierbaren Bereich und
  • erfolgte Eliminierung vermeidbarer Allergenexpositionen.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-49 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Die Indikationsstellung und Initiierung einer Behandlung mit monoklonalen Antikörpern soll bei Kindern und Jugendlichen durch in der Versorgung mit schwerem Asthma erfahrene pädiatrische Pneumologen erfolgen.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-50 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Die Langzeittherapie mit systemischen Corticosteroiden soll bei Kindern und Jugendlichen in Stufe 6 wegen der Gefahr schwerer Nebenwirkungen nicht empfohlen werden, es sei denn, die Asthmakontrolle ist trotz des kombinierten Einsatzes der verschiedenen Therapieoptionen der vorherigen Stufe sowie zusätzlich monoklonaler Antikörper (sofern indiziert und wirksam) unzureichend.

soll nicht

4-51 [Hintergrund und Evidenz]

Bei Patienten mit allergischem Asthma soll die Indikation zu einer spezifischen Immuntherapie (SIT) geprüft werden, wenn die allergische Komponente der asthmatischen Beschwerden gut dokumentiert ist (nachgewiesene spezifische Sensibilisierung und eindeutige klinische Symptomatik nach Allergenexposition).

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-52 [Hintergrund und Evidenz]

Die Indikationsstellung sowie die Auswahl der Antigene und der Applikationsform sollten von einem allergologisch qualifizierten Arzt (möglichst mit der Zusatzbezeichnung Allergologie) vorgenommen werden.

sollte

Sondervotum der DEGAM zur Empfehlung 4-52

Die Indikationsstellung sowie die Auswahl der Antigene und der Applikationsform sollen von einem allergologisch erfahrenen Arzt vorgenommen werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-53 [Hintergrund und Evidenz]

Die Auswahl des Inhalationssystems soll sich nach den kognitiven und motorischen Fähigkeiten (u. a. dem inspiratorischen Fluss) sowie den Präferenzen des Patienten richten.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-54 [Hintergrund und Evidenz]

Die Wirkstoffdeposition im Bronchialsystem wird durch die korrekte Anwendung der Inhalationssysteme entscheidend beeinflusst. Dabei ist zu berücksichtigen, dass für die verschiedenen Inhalationssysteme und Altersgruppen unterschiedliche Inhalationstechniken und Atemmanöver als optimal anzusehen sind.

Statement

4-55 | Kinder bis 5 Jahre [Hintergrund und Evidenz]

Für Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren sollen für die Inhalation von Beta-2-Sympathomimetika oder Corticosteroiden Treibgasdosieraerosole mit Spacer bevorzugt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-56 | Kinder [Hintergrund und Evidenz]

Die Umstellung von einer Gesichtsmaske auf ein Mundstück soll bei Kindern zu dem frühestmöglichen Zeitpunkt erfolgen.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-57 [Hintergrund und Evidenz]

Bei Verschreibung eines Inhalationssystems soll sichergestellt werden, dass der Patient in dessen Gebrauch unterwiesen wurde und die korrekte Handhabung demonstriert und eingeübt hat.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-58 [Hintergrund und Evidenz]

Wenn für die verordneten Substanzen verfügbar, soll für die Langzeittherapie nur ein Inhalationssystem (nur ein Typ eines Dosieraerosols oder eines Pulverinhalators) für die inhalative Medikation verordnet werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-59 [Hintergrund und Evidenz]

Ein Wechsel des Inhalationssystems soll bei Fortführung der medikamentösen Therapie vermieden werden, wenn der Patient mit dem bisherigen Inhalationssystem gut zurechtgekommen ist.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-60 [Hintergrund und Evidenz]

Bei jedem Wechsel des Inhalationssystems soll eine Neueinweisung des Patienten in die Handhabung des Inhalationssystems erfolgen und die Notwendigkeit einer Dosisanpassung geprüft werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-61 [Hintergrund und Evidenz]

Die Inhalationstechnik des Patienten soll regelmäßig und insbesondere bei unzureichender Asthmakontrolle überprüft werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

4-62 [Hintergrund und Evidenz]

Asthma erhöht, wie andere chronische Erkrankungen, das Risiko an Influenza und Pneumokokkeninfektionen zu erkranken. Patienten mit Asthma sollen daher Impfungen gemäß den Empfehlungen der STIKO angeboten werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

zurück nach oben

5 Anstrengungsinduzierte Symptome bei Asthma

Empfehlungen/Statements

Empfehlungsgrad

5-1 [Hintergrund und Evidenz]

Bei vielen Patienten sind anstrengungsinduzierte Symptome Ausdruck einer unzureichenden Asthmakontrolle. Durch Intensivierung der Langzeittherapie den Stufenschemata folgend können in der Regel die anstrengungsinduzierten Symptome beseitigt werden.

Statement

5-2 [Hintergrund und Evidenz]

Die Behandlung des Asthmas soll sicherstellen, dass Patienten mit Asthma auf körperliche und sportliche Aktivität langfristig nicht verzichten müssen.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

5-3 [Hintergrund und Evidenz]

Treten vereinzelt anstrengungsinduzierte Symptome bei ansonsten gut kontrolliertem Asthma auf und sind diese so selten, dass die Kriterien eines teilweise kontrollierten Asthmas nicht erfüllt werden, soll unmittelbar vor der körperlichen Belastung ein SABA inhaliert werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

zurück nach oben

6 Nicht-medikamentöse Therapie

Empfehlungen/Statements

Empfehlungsgrad

6-1 [Hintergrund und Evidenz]

Die medikamentöse Therapie des Asthmas soll regelmäßig durch nicht-medikamentöse Therapiemaßnahmen ergänzt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-2 [Hintergrund und Evidenz]

Selbsthilfetechniken bei Atemnot sollen allen Patienten mit Asthma im Rahmen von Schulungen, Lungensport, physiotherapeutischen oder rehabilitativen Interventionen vermittelt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-3 [Hintergrund und Evidenz]

Jedem Patienten mit Asthma und der Indikation zu einer medikamentösen Langzeittherapie (bei Kindern und Jugendlichen auch deren Familien) soll ein strukturiertes, verhaltensbezogenes Schulungsprogramm empfohlen und der Zugang dazu ermöglicht werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-4 [Hintergrund und Evidenz]

Nachschulungen sollen bei Bedarf angeboten werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-5 [Hintergrund und Evidenz]

Die Instruktion in die korrekte Arzneimittelanwendung und Inhalationstechnik ersetzt nicht das strukturierte, verhaltensbezogene Schulungsprogramm.

Statement

6-6 [Hintergrund und Evidenz]

Jedem Patienten soll ein individueller, strukturierter Asthma-Aktionsplan bzw. Selbstmanagementplan zur Verfügung gestellt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-7 [Hintergrund und Evidenz]

Der behandelnde Arzt soll Patienten mit Asthma regelmäßig zu geeigneten Maßnahmen des körperlichen Trainings motivieren, um die Belastbarkeit und Lebensqualität zu verbessern und die Morbidität zu verringern.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-8 [Hintergrund und Evidenz]

Patienten aller Altersgruppen soll bei der Koinzidenz von Asthma und dysfunktionaler Atmung, inklusive VCD, Atemphysiotherapie angeboten werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-9 [Hintergrund und Evidenz]

Atemphysiotherapie sollte Patienten mit Asthma und zusätzlichem Behandlungsbedarf, z. B. bei Dyskrinie oder bei durch Atemnot bedingter Angst angeboten werden.

sollte

6-10 [Hintergrund und Evidenz]

Allen rauchenden Patienten mit Asthma soll zur Tabakabstinenz geraten werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-11 [Hintergrund und Evidenz]

Ausstiegsbereite rauchende Patienten sollen ärztlicherseits bezüglich der Tabakentwöhnung beraten werden und es sollen nicht-medikamentöse und medikamentöse Hilfen angeboten werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-12 [Hintergrund und Evidenz]

Patienten mit Asthma soll eine rauchfreie Umgebung ermöglicht werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-13 [Hintergrund und Evidenz]

Die psychische Situation und das soziale Umfeld der Patienten – bei Kindern und Jugendlichen insbesondere das familiäre Umfeld – sollen in die Therapie und in die Verlaufsbeurteilung einbezogen werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-14 [Hintergrund und Evidenz]

Patienten mit Asthma und Adipositas soll eine Gewichtsreduktion empfohlen werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-15 [Hintergrund und Evidenz]

Allergenkarenz soll – soweit möglich – eine der Grundlagen der Behandlung des allergischen Asthmas sein.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-16 [Hintergrund und Evidenz]

Bei Patienten mit Asthma und nachgewiesener Tierallergie mit spezifischer Sensibilisierung und Symptomen bei Allergenexposition soll eine vollständige Vermeidung des direkten und indirekten Tierkontaktes angestrebt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-17 [Hintergrund und Evidenz]

Ein feuchtes Innenraumklima und Schimmelbefall sollen beseitigt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

6-18 [Hintergrund und Evidenz]

Bestimmte Luftschadstoffe (z. B. Tabakrauch, Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon) stellen insbesondere bei Patienten mit Asthma gesundheitliche Risiken dar.

Statement

zurück nach oben

7 Versorgungskoordination

Empfehlungen/Statements

Empfehlungsgrad

7-1 [Hintergrund und Evidenz]

Die Langzeitbetreuung des Patienten und deren Dokumentation im Rahmen eines strukturierten Behandlungsprogramms sollten durch den Hausarzt oder den Kinder- und Jugendarzt erfolgen.

sollte

7-2 [Hintergrund und Evidenz]

Wenn medizinische Gründe es erfordern, sollen die Langzeitbetreuung des Patienten und deren Dokumentation im Rahmen eines strukturierten Behandlungsprogramms durch einen Pneumologen bzw. pädiatrischen Pneumologen erfolgen. Die Gründe sind:
  • eine dauerhaft hohe Instabilität trotz intensivierter Therapie;
  • ein schwerer Krankheitsverlauf.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

7-3 [Hintergrund und Evidenz]

Befinden sich Patienten in kontinuierlicher Betreuung des Pneumologen bzw. pädiatrischen Pneumologen, sollte dieser bei einer Stabilisierung des Zustandes prüfen, ob eine Weiterbehandlung durch den Hausarzt oder Kinder- und Jugendarzt möglich ist.

sollte

7-4 [Hintergrund und Evidenz]

In folgenden Situationen soll die Indikation zur Überweisung zu einem Pneumologen bzw. pädiatrischen Pneumologen geprüft werden:
  • wenn Zweifel an der Diagnose bestehen;
  • bei unzureichender Asthmakontrolle trotz intensivierter Behandlung;
  • bei vorausgegangener Notfallbehandlung;
  • bei Verdacht auf arbeitsbezogenes Asthma.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

7-5 [Hintergrund und Evidenz]

Frauen in der Schwangerschaft mit unzureichender Asthmakontrolle sollen vom Pneumologen und Gynäkologen gemeinsam in enger Abstimmung betreut werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

7-6 [Hintergrund und Evidenz]

Bestehen Zweifel an der Diagnose oder der Verdacht auf Begleiterkrankungen, die die Asthmakontrolle negativ beeinflussen, sollte die Indikation zur Überweisung zu einem spezialisierten Fachgebiet geprüft werden.

sollte

7-7 [Hintergrund und Evidenz]

Patienten sollen von ihrem behandelnden Arzt oder einer geschulten Fachkraft und ggf. zusätzlich durch einen entsprechend qualifizierten Apotheker bei Erstverordnung bzw. ärztlich intendiertem Wechsel eines inhalativen Arzneimittels eine Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung und Inhalationstechnik erhalten.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

7-8 [Hintergrund und Evidenz]

Die korrekte Arzneimittelanwendung und Inhalationstechnik des Patienten sollen regelmäßig durch den Arzt oder eine geschulte Fachkraft und ggf. zusätzlich durch einen entsprechend qualifizierten Apotheker überprüft werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

7-9 [Hintergrund und Evidenz]

Der Arzt soll gemeinsam mit dem Patienten über das Inhalationssystem entscheiden. Um sicher zu gehen, dass der Patient das gewünschte System erhält, soll bei "aut-idem" ein Kreuz gesetzt werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

7-10 [Hintergrund und Evidenz]

Wurde das "aut-idem"-Kreuz nicht gesetzt und sieht der Rabattvertrag einen Wechsel des Inhalationssystems vor, soll der Apotheker pharmazeutische Bedenken im Sinne des Rahmenvertrages erwägen.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

7-11 [Hintergrund und Evidenz]

Bei einem ärztlich nicht intendierten Wechsel des Inhalationssystems soll der Apotheker den Patienten in die korrekte Arzneimittelanwendung und Inhalationstechnik einweisen.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

7-12 [Hintergrund und Evidenz]

In folgenden Situationen sollen Patienten in ein Krankenhaus eingewiesen werden:
  • trotz Behandlung persistierender und/oder schwerer Asthmaanfall;
  • schwere bronchopulmonale Infektionen;
  • an Asthma erkrankte Frauen in der Schwangerschaft mit Verdacht auf Gefährdung des ungeborenen Kindes.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

7-13 | Erwachsene [Hintergrund und Evidenz]

Bei erwachsenen Patienten soll während des Krankenhausaufenthaltes die Indikation für eine nachfolgende Anschlussheilbehandlung bzw. Anschlussrehabilitationsmaßnahme geprüft werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

7-14 | Kinder und Jugendliche [Hintergrund und Evidenz]

Bei Kindern und Jugendlichen soll während des Krankenhausaufenthaltes die Indikation für eine sich direkt anschließende Rehabilitationsmaßnahme geprüft werden.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

7-15 [Hintergrund und Evidenz]

Patienten mit Asthma soll eine pneumologische Rehabilitation angeboten werden, wenn trotz adäquater ambulanter ärztlicher Betreuung beeinträchtigende körperliche, soziale oder psychische Krankheitsfolgen bestehen, die die Möglichkeiten von normalen Aktivitäten bzw. der Teilhabe am normalen beruflichen und privaten Leben behindern. Dies gilt insbesondere bei folgenden Konstellationen:
  • persistierende asthmatische Beschwerden bzw. fehlende Asthmakontrolle;
  • fixierte Obstruktion mit entsprechender Symptomatik;
  • Gefährdung der Berufs- und Erwerbsfähigkeit, eines geeigneten und angemessenen Schulabschlusses bzw. einer Berufsausbildung;
  • drohende Pflege- und Hilfsbedürftigkeit;
  • Notwendigkeit von nicht-medikamentösen Therapieverfahren, wenn diese ambulant nicht im erforderlichen Ausmaß erfolgen können, z. B. Schulung, Atemphysiotherapie, Physiotherapie, medizinische Trainingstherapie, Tabakentwöhnung, psychotherapeutische Hilfen, Allergen- und Schadstoffkarenz;
  • Faktoren im Bereich des familiär-sozialen Umfeldes, die den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen und im Rahmen eines multiprofessionellen Rehabilitationssettings bearbeitet werden können;
  • Komorbiditäten, die einen multiprofessionellen Therapieansatz benötigen, der ambulant so nicht vorhanden oder umsetzbar ist.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

7-16 [Hintergrund und Evidenz]

Der Arzt soll den Patienten auf die Möglichkeit der Unterstützung durch eine Patientenselbsthilfeorganisation hinweisen.

"soll": Empfehlungsgrad A; starke Empfehlung

zurück nach oben

zuletzt verändert: 04.01.2019 17:36