Gebrauchsanweisung
Bitte lesen Sie vor Anwendung von DELBI sorgfältig die folgenden Hinweise*
Gutachtende sollten vor der Anwendung der Checkliste versuchen, alle Informationen über den Entwicklungsprozess der Leitlinie zu identifizieren.
Diese Informationen können im Leitlinien-Dokument selbst oder als ergänzende Publikation (Leitlinien-Report, Begleitmaterialien) vorliegen.
Grundlage der Bewertung sollten jedoch nur öffentlich zugängliche Informationen sein, auf deren Existenz im Leitlinien-Dokument hingewiesen wird und die eindeutig der zu bewertenden Leitlinie zuzuordnen sind.
* mod. nach AGREE [5].
1. Struktur und Inhalt von DELBI
DELBI enthält 34 Kriterien für die methodische Qualität und Praktikabilität einer Leitlinie.
Diese Kriterien sind 8 Domänen zugeordnet. Dabei entsprechen die Domänen 1–6 den Domänen des validierten AGREE-Instruments [4, 6]. Die Domäne 7 beschreibt spezielle Anforderungen für deutsche Leitlinien und berücksichtigt die Erfahrungen der AWMF [9] und des Deutschen Leitlinien-Clearingverfahrens [23]. Die Domäne 8 beschreibt spezielle Anforderungen an Leitlinien, bei deren Erstellung bereits existierende Leitlinien verwendet wurden.
Jede Domäne deckt eine separate Dimension der Leitlinien-Qualität ab.
- Die Domäne "Geltungsbereich und Zweck" (Kriterien 1–3) bezieht sich auf das Gesamtziel einer Leitlinie, die behandelten medizinischen Fragen / Probleme und die Patienten-Zielgruppe.
- Die Domäne "Beteiligung von Interessengruppen" (Kriterien 4–7) bezieht sich darauf, in welchem Maße die Leitlinie die Sicht ihrer beabsichtigten Anwender und betroffenen Patienten verkörpert.
- Die Domäne "Methodologische Exaktheit der Leitlinien-Entwicklung" (Kriterien 8–14) bezieht sich auf das Verfahren, mit dem die Evidenz gesammelt und ausgewählt wurde, sowie auf die Methoden für die Formulierung, Begutachtung und Aktualisierung der Empfehlungen.
- Die Domäne "Klarheit und Gestaltung" (Kriterien 15–18) beschäftigt sich mit der Verständlichkeit und dem Format der Leitlinie.
- Die Domäne "Anwendbarkeit" (Kriterien 19–21) betrifft die wahrscheinlichen Auswirkungen der Anwendung einer Leitlinie bezüglich Organisation, Verhalten und Kosten.
- Die Domäne "Redaktionelle Unabhängigkeit" (Kriterien 22–23) befasst sich mit der Unabhängigkeit der Empfehlungen sowie mit der Offenlegung möglicher Interessenkonflikte seitens der Leitlinien-Entwicklungsgruppe. >
- Die Domäne "Anwendbarkeit im deutschen Gesundheitssystem" (Kriterien 24–29) beschreibt zusätzliche Qualitätskriterien einer Leitlinie, die im deutschen Gesundheitswesen zur Anwendung kommen soll.>
- Die Domäne "Methodologische Exaktheit der Leitlinien-Entwicklung bei Verwendung existierender Leitlinien" (Kriterien 30-34) bezieht sich auf das Verfahren, mit dem bereits existierende Leitlinien gesammelt, bewertet, ausgewählt und bei der Formulierung von Empfehlungen berücksichtigt wurden.
2. Anzahl der Gutachter
Jede Leitlinie sollte von mindestens zwei Gutachtenden beurteilt werden. Wünschenswert sind vier Gutachtende, da hierdurch die Zuverlässigkeit der Bewertung gesteigert wird [6].
3. Antwortskala
Jede Stellungnahme wird mit Hilfe einer 4-Punkte-Skala eingestuft, die von 1 = "trifft überhaupt nicht zu" bis 4 = "trifft uneingeschränkt zu" über zwei mittlere Werte: 3 = "trifft zu" und 2 = "trifft nicht zu" reicht.
Die Skala misst das Ausmaß, in dem ein Kriterium (Stellungnahme) erfüllt wurde.
- Wenn Sie der Überzeugung sind, dass das Kriterium vollständig erfüllt wurde, sollten Sie mit "trifft uneingeschränkt zu" antworten.
- Wenn Sie der Überzeugung sind, dass das Kriterium nicht erfüllt wurde oder wenn keine Informationen vorhanden sind, sollten Sie mit "trifft überhaupt nicht zu" antworten
4. Benutzungshinweise
Zu jedem Kriterium des DELBI-Instruments sind Erläuterungen angegeben als Hilfe zum Verständnis der Themen und Konzepte, die jeweils angesprochen werden. Diesen folgen konkrete Hinweise auf die Voraussetzungen für die Vergabe der einzelnen Antwortkategorien (1–4) und Beispiele aus der Praxis. Bitte lesen Sie diese Anleitungen sorgfältig durch, bevor Sie antworten.
5. Bewertung der einzelnen Domänen
Im Rahmen der AGREE-Collaboration wurde sich auf die Berechnung von Domäne-Werten geeinigt, die u. a. für einen internationalen Vergleich genutzt werden sollen [6].
Unter methodischen Aspekten ist festzustellen, dass wegen der Verschiedenartigkeit der Kriterien ein Vergleich der Summenwerte für die Domänen nur bedingt aussagekräftig ist. Gleichermaßen ist zu beachten, dass es nicht zulässig ist, Schwellenwerte für die Domänen festzusetzen, auf die bezogen Leitlinien als mehr oder weniger 'gut' oder 'schlecht' bewertet werden.
Wir überlassen Ihnen bei der Anwendung die Entscheidung, ob sie von dem in der AGREE-Collaboration vereinbarten Verfahren zur Berechnung standardisierter Domäne-Werte Gebrauch machen wollen.
Dabei sollte beachtet werden, dass die 8 Domäne-Werte voneinander unabhängig sind und nicht zu einer einzigen 'Qualitätsnote' zusammengefasst werden können.
Der Wert jeder Domäne kann durch Addition der Werte aller Kriterien einer Domäne berechnet werden. Eine Standardisierung erfolgt durch Darstellung der erreichten Gesamtzahl als prozentualer Anteil der maximal möglichen Punktzahl dieser Domäne.
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Beispiel: Maximal mögliche Punktzahl = 4 (trifft vollständig zu) × 3 (Kriterien) × 4 (Gutachten) = 48 |
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Kriterium 1 |
Kriterium 2 |
Kriterium 3 |
Summe |
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Gutachten 1 |
2 |
3 |
3 |
8 |
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Gutachten 2 |
3 |
3 |
4 |
10 |
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Gutachter 3 |
2 |
4 |
3 |
9 |
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Gutachten 4 |
2 |
3 |
4 |
9 |
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Summe |
9 |
13 |
14 |
36 |
| Standardisierter Domänenwert: (erreichte Punktzahl – minimal mögliche Punktzahl) / (maximal mögliche Punktzahl – minimal mögliche Punktzahl) = (36 – 12) / (48 – 12) = 24 / 36 = 0,67 |



