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Risikoreduktion/Risikozunahme

Als Risikoreduktion bzw. Risikozunahme bezeichnet man in der Evidenzbasierten Medizin Maßzahlen, um die Stärke des Effektes von Interventionen zu quantifizieren (Effektmaße - siehe auch Odds Ratio).

Die Absolute Risikoreduktion (ARR absolute risk reduction) beschreibt die absolute Differenz der Rate an ungünstigen Ereignissen in der experimentellen Gruppe (E) im Vergleich zur Kontrollgruppe (K), wenn die experimentelle Behandlung wirksam ist (ARR = K – E).

Der Kehrwert der ARR ergibt die Number Needed to Treat (1/ARR = NNT). Die NNT ist ein klinisch intuitives Effektmaß für  Endpunkte, um die Auswirkung einer Behandlung zu beschreiben. Sie gibt die Anzahl an Patienten wieder, die behandelt werden müssen, um 1 zusätzliches ungünstiges Ereignis zu verhindern.

Die Number Needed to Screen (NNS) gibt, an wie viele Personen an einer Screening Untersuchung teilnehmen müssen, um einen Todesfall, bzw. ein unerwünschtes Ereignis zu verhindern.

Die Absolute Risikozunahme (ARI, absolute risk increase) beschreibt die absolute Differenz der Rate an ungünstigen Ereignissen in der experimentellen Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe, wenn die experimentelle Behandlung schlechter ist (ARI = |K minus E| ).

Der Kehrwert der ARI ergibt die Number Needed to Harm (1/ARI = NNH). Die NNH beschreibt die ungünstigen Auswirkung einer Behandlung. Sie gibt die Anzahl an Patienten wieder, bei deren Behandlung mit einem zusätzlichen Fall unerwünschter Ereignisse/einer Komplikation gerechnet werden muss.

Das Relative Risiko in einer Therapiestudie bezeichnet das Verhältnis zwischen dem Risiko in der experimentellen Gruppe und dem Risiko in der Kontrollgruppe. Ein relatives Risiko von 1 bedeutet, dass zwischen den Vergleichsgruppen kein Unterschied besteht. Bei ungünstigen Ereignissen zeigt ein RR < 1 , dass die experimentelle Intervention wirksam ist, um das Auftreten von ungünstigen Ereignissen zu senken.

Die Relative Risikoreduktion (RRR) bezeichnet die relative Senkung der Rate an ungünstigen Ereignissen in der experimentellen Gruppe einer Studie im Vergleich zur Kontrollgruppe (RRR = |K minus E| / K)

Beispiel: Das Risiko für eine gastro-intestinale Blutung auf einer Intensivstation beträgt ohne Behandlung (K) 10% oder 0.10, bei Prophylaxe mit H2 Blockern (E) 7% oder 0.07: Die RRR beträgt |0.10 minus 0.07| / 0.10 = 0.3 oder 30%.

Quelle:

Literatur:

  • Rembold CM: Number needed to screen: development of a statistic for disease screening. BMJ 1998;317: 307-312

siehe auch

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Letzte Aktualisierung: 05.05.2010