Multidisziplinäre Entwicklung von Leitlinien
Ärztliche Leitlinien sind unter Beteiligung von Repräsentanten der betroffenen Gruppen (Anwender und gegebenenfalls weitere Zielgruppen) zu entwickeln.
Dabei wird die Beteiligung aller relevanten Berufsgruppen bei der Erstellung einer Leitlinie als methodisch wichtiger Punkt angesehen. Diese Forderung erstreckt sich sowohl auf zu beteiligende Fachgruppen (z. B. Ärzte verschiedener Fachrichtungen) als auch auf Interessengruppen (Gesundheitssystem, Gesundheitspolitik, Medizinindustrie) und weitere von der Leitlinie Betroffene, hier in erster Linie die Zielgruppe von Leitlinien, die Patienten.
Durch die Einbeziehung möglichst aller Betroffener bereits in den Erstellungsprozess einer Leitlinie können verschiedene Ansichten und Meinungen wahrgenommen und berücksichtigt werden.
Die Einbeziehung selber kann sowohl unmittelbar (Beteiligte im Verfahren) als auch mittelbar (Beteiligung am Verfahren) erfolgen, z. B. als Reviewer, in den Konsensusverfahren, durch öffentliche Diskussion oder Praxistestung/Pilottestung vor Inkrafttreten der Leitlinie.
Die Entwickler (=Autoren) nationaler Leitlinien sind üblicherweise offizielle Repräsentanten von medizinischen Fachgesellschaften oder kooperierender Organisationen von Fachberufen im Gesundheitswesen und von Patientengruppen. Einzelexperten, z. B. Methodiker, unterstützen die benannten Repräsentanten, unter anderem durch Moderation der Leitlinien-Gruppe.
Quellen:
- DELBI Statement 4
- Leitlinien-Manual von AWMF und ÄZQ

