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Herzinsuffizienz

Clearingbericht "Herzinsuffizienz" - German Guideline Clearing Project "Heart Failure".

Zur Qualitätsförderung der Gesundheitsversorgung von Menschen mit Herzinsuffizienz verabredeten die Partner des Leitlinien-Clearingverfahrens die Durchführung eines Clearingverfahrens zu deutsch- und englischsprachigen Leitlinien zur Behandlung der Herzinsuffizienz.


Zusammenfassung

Zielsetzung
Ziel dieses Clearingverfahrens ist die vergleichende Qualitätsdarlegung von Methodik und Inhalt von Leitlinien und daraus resultierend die Entwicklung von Empfehlungen, die bei der Entwicklung einer nationalen, evidenzbasierten Leitlinie zur Behandlung der Herzinsuffizienz beachtet werden sollen.

Recherche
Systematische Datenbankrecherche nach deutsch- und englischsprachigen ärztlichen Leitlinien zur Behandlung der Herzinsuffizienz im Angebot des Leitlinien-Informationssystems des ÄZQ unter http://www.leitlinien.de und in Literaturdatenbanken für den Zeitraum von 1991 bis 2002 mit einer Aktualisierungsrecherche 2004. Die Gesamttrefferzahl belief sich auf 3115. Nach Ausschluss von Dubletten bzw. Literaturzitaten wurden 140 Titel gesichtet. Im September 2004 wurde in einer Aktualisierungsrecherche geprüft, ob für die bewerteten Leitlinien aktualisierte Fassungen (Updates) erschienen sind.

Bewertung
Unter Berücksichtigung der Einschlusskriterien (u.a. überregionaler Anbieter, aktuelle und gültige Version) wurden 28 deutsch- bzw. englischsprachige internationale Leitlinien zur Therapie der Herzinsuffizienz in das Clearingverfahren eingeschlossen.
Die Bewertung der methodischen Aspekte der Leitlinien und ihrer Erstellung erfolgte anhand der Checkliste "Methodische Qualität von Leitlinien" (2. Version, 8/1999). Ein multidisziplinär aus Leitlinienanwendern und Methodikern zusammengesetzter Expertenkreis konsentierte die Auswahl der Leitlinien und überprüfte die Bewertung der Methodik. Die inhaltliche Bewertung der Leitlinien erfolgte hinsichtlich ihrer Angemessenheit und Praktikabilität für das deutsche Gesundheitssystem.

I. Ergebnisse der Bewertung der methodischen Qualität Berichtsverfahren
Keine der Leitlinien erfüllt vollständig die Kriterien der Checkliste "Methodische Qualität von Leitlinien". 26 von 32 bewerteten Leitlinien dokumentieren entweder Verknüpfung der Leitlinienempfehlungen mit der jeweils zugrunde liegenden Evidenz oder weisen eine systematische Literaturrecherche auf. Einige der Leitlinien benutzen formalisierte Konsensusverfahren bei der Entscheidungsfindung. Die umfangreichste Darlegung der Evidenzen weist die Leitlinie Nr. 23 der NICE auf.

Künftigen deutschen Leitlinienprogrammen zur Behandlung der Herzinsuffizienz wird insbesondere die Berücksichtigung folgender methodischer Aspekte empfohlen:

  1. Formulierung der Empfehlungen auf der Grundlage systematisch recherchierter und bewerteter Evidenz,
  2. Verknüpfung von Evidenz und Empfehlungen,
  3. Verwendung standardisierter, transparenter Konsensusprozesse,
  4. Angaben zur Zusammensetzung des Leitliniengremiums unter Berücksichtigung von relevanten Anwendern und Betroffenen,
  5. Darlegung von möglichen Interessenkonflikten,
  6. Festlegung von Gültigkeitsdauer und Konkretisierung des Verfahrens für Aktualisierung und Fortschreibung,
  7. Definition des Anwendungsbereiches,
  8. Berücksichtigung des Handlungskontextes der angesprochenen Nutzer und der Schnittstellen zwischen den Behandlungsebenen,
  9. Einbindung von Patientinnen und Patienten in Entscheidungsprozesse,
  10. Erarbeitung unterschiedlicher, an die Zielgruppen angepassten Versionen für Anwender, Patienten und / oder Angehörige,
  11. Darlegung eines Implementierungskonzeptes,
  12. Beschreibung von Verfahren, wie der Nutzen der Leitlinie sowohl für Patientinnen als auch für das Gesundheitssystem ermittelt werden soll.

II. Ergebnisse der Bewertung der Inhalt
Der Expertenkreis definierte inhaltliche Eckpunkte, die bei Erstellung einer überregionalen deutschen Leitlinie zur Behandlung der Herzinsuffizienz berücksichtigt werden sollen.
Das Ausmaß, in dem die Inhalte der bewerteten Leitlinien den Anforderungen des deutschen Gesundheitssystems gerecht werden, wurde identifiziert und sich daraus ergebende Probleme benannt. Der Expertenkreis entwickelte entsprechende Vorschläge, die bei der Entwicklung der Struktur und dem Inhalt einer nationalen Leitlinie zur Behandlung der Herzinsuffizienz berücksichtigt werden sollten.
Durch die Auswahl von vorbildlichen Textbausteinen aus den zugrunde liegenden Leitlinien wurden diese Forderungen konkretisiert.
Keine der bewerteten Leitlinien entspricht vollständig den inhaltlichen Eckpunkten, die die Fokusgruppe für eine überregionale Leitlinie zur Therapie der Herzinsuffizienz empfiehlt.
Die Bewertung der nationalen und internationalen Leitlinien im Clearingverfahren Herzinsuffizienz zeigte jedoch, dass diese bei der Entwicklung einer nationalen Leitlinie zur Behandlung der Herzinsuffizienz, die methodisch und inhaltlich definierten Qualitätskriterien gerecht wird, genutzt werden können.

Schlussfolgerung
Die in diesem Clearingverfahren methodisch und inhaltlich bewerteten Leitlinien verfügen über eine große Zahl hochwertiger Informationen. Diese sollten zusammen mit dem vorgelegten Clearingbericht zur Entwicklung einer Leitlinie zur Therapie der Herzinsuffizienz, die den Qualitätskriterien des Clearingberichtes entspricht, genutzt werden. Die Einbeziehung bereits existierender Clearingberichte zur Schnittstellendefinition und zur Adressierung der Empfehlungen für die im Rahmen der Herzinsuffizienz-Darstellung darzulegenden Komorbiditäten wird ausdrücklich empfohlen.

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ).
Leitlinien-Clearingbericht "Herzinsuffizienz".
Niebüll: Verl. Videel; 2005
ISBN 3-89906-909-9

Mehr InformationVolltext: Schriftenreihe; 18

Mehr InformationÄZQ-Schriftenreihe – Übersichtsseite

Letzte Aktualisierung: 24.02.2011