Clearingverfahren
Unter Clearingverfahren versteht man "aufgearbeitete Zusammenstellungen verschiedener Quellen", die für ein bestimmtes Fachgebiet oder für mehrere Gebiete als Suchhilfen zusammengestellt werden.
Auf dem Gebiet der Leitlinien wurden Clearingstellen ("Guideline Clearinghouses") in den letzten Jahren in verschiedenen Ländern eingerichtet, und zwar um
- leichten Zugang zu Leitlinien zu ermöglichen
- Transparenz in diesem Bereich zu gewährleisten sowie
- Beratung hinsichtlich der Leitlinienqualität anbieten zu können.
Man unterscheidet drei unterschiedliche Arten von Leitlinien-Clearingverfahren:
- Leitlinien-Register ohne Darlegung bestimmter Qualitätskriterien
(Beispiel: G-I-N International Guideline Library) - Leitlininen-Register selbstbewerteter Leitlinien: die Qualitätsbewertung wird durch die Herausgeber/Autoren selbst durchgeführt
(Beispiele: AWMF-Leitlinien-Datenbank und US Guideline Clearinghouse) - Leitlinien-Register fremdbewerteter Leitlinien: die Bewertung erfolgt in Form eines standardisierten Peer-Review-Verfahren durch externer Experten
(Beispiel: Deutsches Leitlinien-Clearingverfahren beim ÄZQ)
Das ÄZQ koordinierte von 1999 bis 2005 das Deutsche Leitlinien-Clearingverfahren der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen.
Seit 2009 existiert ein Bewertungsverfahren für deutschsprachige Leitlinien, die vom ÄZQ im Informationsportal ARZTBIBLIOTHEK.DE zur Verfügung gestellt werden. Hier finden Sie Informationen zum Auswahl- und Bewertungsverfahren für diese Leitlinien.



