1. Geltungsbereich

Die DELBI-Domäne 1 "Geltungsbereich und Zweck" (Kriterien 1-3) bezieht sich auf das Gesamtziel einer Leitlinie, die behandelten medizinischen Fragen/Probleme und die Patienten-Zielgruppe.

1. Das Gesamtziel der Leitlinie ist differenziert beschrieben.

Trifft überhaupt nicht zu

1

2

3

4

Trifft uneingeschränkt zu

Leitlinien üben einen Einfluss auf den Gesundheitszustand bestimmter Patientengruppen oder auch größerer Teile der Bevölkerung aus. Leitlinien sollten präzise den Zielhorizont (absolute/relative Wirksamkeit, Effizienz, Praktikabilität von Versorgungsmaßnahmen) und den Problembereich/Rahmen (Prävalenz des behandelten Versorgungsaspekts, Optimierungspotentiale der Versorgungsqualität und erwarteter Effekt der Leitlinie) benennen, für den sie entwickelt wurden.
Die Benennung von Zielen und Problembereichen sollte die Evaluation des Leitlinien-Einflusses auf die Versorgung und die Nutzung der Leitlinien als Instrument des Qualitätsmanagements unterstützen (siehe auch Kriterium 21, Ableitung von Messgrößen/Prüfkriterien)."

  • Das Statement muss mit "Trifft überhaupt nicht zu" "1" beantwortet werden, wenn entweder Unklarheit über die Zielsetzung besteht, oder wenn keine Ziele genannt sind.
  • Für eine Beantwortung mit "2" ist die Nennung allgemeiner Ziele erforderlich (z. B. Optimierung der Versorgung auf der Ebene von Struktur-, Prozess-, Ergebnisqualität, Unterstützung der Ärzte beim Umgang mit bestimmten Krankheiten, Ausbildungshilfe für Berufsanfänger).
  • Für eine Beantwortung mit "3" ist die Nennung spezifischer Ziele erforderlich (z. B. Prävention der (Langzeit-) Komplikationen von Diabetikern, Reduktion des Risikos weiterer vaskulärer Komplikationen bei Patienten nach Herzinfarkt, rationale und kosteneffektive Verordnung von Antidepressiva, Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit Asthma bronchiale).
  • Für eine Antwort mit "Trifft uneingeschränkt zu" "4" ist eine präzise Beschreibung der spezifischen Ziele und des infolge der Leitlinienrealisierung für diese erwarteten gesundheitlichen Nutzens (z. B. Quantifizierung der Risikoreduktion) erforderlich.

2. Die in der Leitlinie behandelten medizinischen Fragen/Probleme sind differenziert beschrieben.

Trifft überhaupt nicht zu

1

2

3

4

Trifft uneingeschränkt zu

Die Leitlinie sollte die in ihr angesprochenen medizinischen Fragen/Probleme beschreiben, insbesondere die Fragen, die den Schlüsselempfehlungen zugrunde liegen. Diese Beschreibung ist Gegenstand der Arbeit der Autorengruppe, da abhängig von den Fragen die Evidenzen gesucht und die Inhalte angepasst an die Bedürfnisse der adressierten Ärzte und Patienten formuliert werden müssen. Die klinischen Entscheidungsprobleme in Anamnese/Risikoeinschätzung, Diagnostik, Therapie sind in der Leitlinie spezifisch beschrieben.

  • Das Statement muss mit "Trifft überhaupt nicht zu" "1" beantwortet werden, wenn die Leitlinie keine Angaben zu den Schlüsselempfehlungen zugrunde liegenden Fragen / Problemen macht.
  • Eine Beantwortung mit "2" wenn die Leitlinie nur bei einigen Schlüsselempfehlungen Angaben zu den zugrunde liegenden Fragen/Problemen macht.
  • Eine Beantwortung mit "3" erfordert für die meisten Schlüsselempfehlungen Angaben zu den zugrunde liegenden Fragen/Problemen.
  • Für eine Antwort mit "Trifft uneingeschränkt zu" "4" ist es erforderlich, dass die Leitlinie für alle Schlüsselempfehlungen Angaben zu den zugrunde liegenden Fragen/Problemen macht.

3. Die Patienten, für die die Leitlinie gelten soll, sind eindeutig beschrieben.

Trifft überhaupt nicht zu

1

2

3

4

Trifft uneingeschränkt zu

Die Anwendung einer Leitlinie kann sich auf bestimmte Patientengruppen oder Erkrankungsstadien beschränken oder sie kann sich auf alle in Frage kommenden Patienten beziehen.
Die Patientengruppe(n), für die die Leitlinie Anwendung finden soll(en), sollte klar beschrieben sein, und zwar unter Angabe von Alter, Geschlecht, Beschreibung der Erkrankung und ihres Schweregrads sowie von Komorbiditäten.

  • Das Statement muss mit "Trifft überhaupt nicht zu" "1" beantwortet werden, wenn die Patientenzielgruppe nicht benannt wird bzw. nur indirekt aus dem Text der Leitlinie auf die Patientenzielgruppe geschlossen werden kann.
  • Eine Beantwortung mit "2" setzt eine einfache Nennung der Patientenzielgruppe voraus.
  • Eine Beantwortung mit "3" erfordert die ergänzende Darlegung von Merkmalen, die Einschluss oder Ausschluss bedingen, wie beispielsweise Alter, Geschlecht, bestimmte Schweregrade, Komorbiditäten (z. B. Eine Leitlinie zur Behandlung bei Depression bezieht sich nur auf Patienten mit "Major-Formen" nach den DSM-IV Kriterien und gilt nicht für Patienten mit psychotischen Symptomen oder für Kinder).
  • Für eine Antwort mit "Trifft uneingeschränkt zu" "4" ist die präzise Beschreibung der Patientengruppe und darüber hinaus des Versorgungsbereichs, für den die Leitlinie gelten soll, erforderlich (z. B. Eine Leitlinie zur Behandlung bei Diabetes mellitus bezieht sich nur auf Typ-2-Diabetiker ohne kardiovaskulärer Komorbidität und beschreibt nur die primärärztliche (ambulante Versorgung).
zuletzt verändert: 23.09.2016 00:05