Zusammenfassung und Empfehlungen für eine nationale Leitlinie "Schlaganfall" für Deutschland
German Guideline Clearing Project "Stroke"
Expertenkreis Schlaganfall des Deutschen Leitlinien-Clearingverfahrens
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 Leitlinien-Clearingbericht
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Hier finden Sie Auszüge des Clearingberichtes "Schlaganfall":
A. Zusammenfassung (Abstract)
B. Zusammenstellung der Vorschläge (Executive Summary)
- Anwendungsgebiet
- Klinische Epidemiologie
- Definition, Klassifikation
- Krankheitsursachen
- Schweregrade des Schlaganfalls
- Primärprävention
- Akutbehandlung
- Prähospitale Versorgung
- Versorgungsort
- Diagnostik / Differentialdiagnostik
- Therapie
- Umgang mit Komplikationen
- Ko- bzw. Multimorbidität
- Sekundärprävention
- Rehabilitation
- Nachsorge
- Hilfsmittelversorgung und Wohnraumanpassung
- Ethische und medizinrechtliche Aspekte
- Versorgungskoordination
- Maßnahmen des Qualitätsmanagements / der Qualitätssicherung
- Implementierung, Evaluation, Aktualisierung
Mitglieder des Expertenkreises, vollständiger Leitlinien-Clearing-Bericht "Schlaganfall" (Volltext), Kontaktadresse
Die gedruckte Fassung ist als Band 21 in der "äzq Schriftenreihe" erschienen und im Buchhandel mit der ISBN 3-89906-912-9 erhältlich oder über eine Online-Bestellung bei libri.de zu beziehen.
Weitere Materialien:
Recherchestrategie
| 53 KB
Bewertete Leitlinien, nicht bewertete Leitlinien und Literatur
| 67 KB
Maßnahmenkatalog
| 80 KB
Zusammenfassung
Hintergrund und Zielsetzung:
Zur Qualitätsförderung der Gesundheitsversorgung von Menschen mit Schlaganfall verabredeten die Partner des Leitlinien-Clearingverfahren im März 2003 die Durchführung eines Clearingverfahrens zu deutsch- und englischsprachigen Leitlinien zur Behandlung des Schlaganfalls. Ziel dieses Clearingverfahrens ist die vergleichende Qualitätsdarlegung von Methodik und Inhalt von Leitlinien und daraus resultierend die Entwicklung von Empfehlungen, die bei der Entwicklung einer nationalen, evidenzbasierten Leitlinie zur Behandlung des Schlaganfalls beachtet werden sollen.
Diese Empfehlungsvorschläge adressieren ausschließlich methodische, klinische oder organisatorische Fragestellungen; sie enthalten jedoch keine konkreten Aussagen zur unmittelbaren Anwendung am Patienten. Mögliche Inhalte für Leitlinienempfehlungen finden sich dagegen in den vorbildlichen Umsetzungen zu den im Clearingverfahren erarbeiteten Vorschlägen, die als „Beispiele“ in Form von Texten, Tabellen oder Grafiken aus den bewerteten Leitlinien ausgewählt werde.
Recherche:
Systematische Datenbankrecherche nach deutsch- und englischsprachigen ärztlichen Leitlinien zur Behandlung des Schlaganfalls im Angebot des Leitlinien-Informationssystems des ÄZQ unter http://www.leitlinien.de/ und in weiteren Leitlinien- und Literaturdatenbanken für den Zeitraum von 1993 bis 2004. Die Gesamttrefferzahl belief sich auf 1291. Nach Ausschluss von Dubletten bzw. Literaturzitaten wurden 279 Titel gesichtet. Im September 2004 wurde in einer Aktualisierungsrecherche geprüft, ob für die bewerteten Leitlinien aktualisierte Fassungen (updates) erschienen sind.
Bewertung:
Unter Berücksichtigung der Einschlusskriterien (u.a. überregionaler Anbieter, aktuelle und gültige Version) wurden 36 deutsch- bzw. englischsprachige internationale Leitlinien zur Therapie des Schlaganfalls in das Clearingverfahren eingeschlossen.
Die Bewertung der methodischen Aspekte der Leitlinien und ihrer Erstellung erfolgte anhand der Checkliste "Methodische Qualität von Leitlinien" (2. Version, 8/1999). Ein multidisziplinär aus Leitlinienanwendern und Methodikern zusammengesetzter Expertenkreis konsentierte die Auswahl der Leitlinien und überprüfte die Bewertung der Methodik. Die inhaltliche Bewertung der Leitlinien erfolgte hinsichtlich ihrer Angemessenheit und Praktikabilität für das deutsche Gesundheitssystem.
I. Ergebnisse der Bewertung der methodischen Qualität:
Keine der Leitlinien erfüllt vollständig die Kriterien der Checkliste "Methodische Qualität von Leitlinien". Einige Leitlinien dokumentieren eine systematische Literaturrecherche und weisen gleichzeitig eine Verknüpfung der Leitlinienempfehlungen mit der jeweils zu Grunde liegenden Evidenz auf. Einige wenige dieser Leitlinien setzen außerdem ein formalisiertes Konsensusverfahren bei der Entscheidungsfindung ein.
Künftigen deutschen Leitlinienprogrammen zur Behandlung des Schlaganfalls wird insbesondere die Berücksichtigung folgender methodischer Aspekte empfohlen:
(1) Formulierung der Empfehlungen auf der Grundlage systematisch recherchierter und bewerteter Evidenz, (2) Verknüpfung von Evidenz und Empfehlungen, (3) Verwendung standardisierter, transparenter Konsensusprozesse, (4) Angaben zur Zusammensetzung des Leitliniengremiums unter Berücksichtigung von relevanten Anwendern und Betroffenen, (5) Darlegung von möglichen Interessenkonflikten, (6) Festlegung von Gültigkeitsdauer und Konkretisierung des Verfahrens für Aktualisierung und Fortschreibung, (7) Definition des Anwendungsbereiches, (8) Berücksichtigung des Handlungskontextes der angesprochenen Nutzer und der Schnittstellen zwischen den Behandlungsebenen, (9) Einbindung von Patientinnen in Entscheidungsprozesse, (10) Erarbeitung unterschiedlicher, an die Zielgruppen angepassten Versionen für Anwender, Patientinnen und / oder Angehörige, (11) Darlegung eines Implementierungskonzeptes, (12) Beschreibung von Verfahren, wie der Nutzen der Leitlinie sowohl für Patientinnen als auch für das Gesundheitssystem ermittelt werden soll.
II. Ergebnisse der Bewertung des Inhalts:
Der Expertenkreis definierte inhaltliche Eckpunkte, die bei Erstellung einer überregionalen deutschen Leitlinie zur Behandlung des Schlaganfalls berücksichtigt werden sollen.
Das Ausmaß, in dem die Inhalte der bewerteten Leitlinien den Anforderungen des deutschen Gesundheitssystems gerecht werden, wurde identifiziert und sich daraus ergebende Probleme benannt. Der Expertenkreis entwickelte entsprechende Vorschläge, die bei der Entwicklung der Struktur und des Inhaltes einer nationalen Leitlinie zur Behandlung des Schlaganfalls berücksichtigt werden sollten.
Durch die Auswahl von vorbildlichen Textbausteinen aus den zugrunde liegenden Leitlinien wurden diese Forderungen konkretisiert.
Keine der bewerteten Leitlinien entspricht vollständig den inhaltlichen Eckpunkten, wie sie die Fokusgruppe für eine überregionale Leitlinie zur Therapie des Schlaganfalls empfiehlt.
Die Bewertung der nationalen und internationalen Leitlinien im Clearingverfahren Schlaganfall zeigte jedoch, dass diese bei der Entwicklung einer nationalen Leitlinie zur Behandlung des Schlaganfalls, die methodisch und inhaltlich definierten Qualitätskriterien gerecht wird, genutzt werden können.
Schlussfolgerungen:
Der im Leitlinien-Clearingbericht aufgeführte Empfehlungskatalog kann als Instrument zur Vermeidung von Mängeln bei der Erstellung oder der Überarbeitung von Leitlinien dienen.
Die in diesem Clearingverfahren methodisch und inhaltlich bewerteten Leitlinien verfügen über eine große Zahl hochwertiger Informationen. Diese können zusammen mit dem vorgelegten Clearingbericht zur Entwicklung einer Leitlinie zur Therapie des Schlaganfalls genutzt werden. Adressaten sind daher vornehmlich Leitlinienentwickler sowie Praktiker, die bestehende Leitlinien für ihren Versorgungsbereich anpassen möchten, z. B. im Sinne klinischer Behandlungspfade. Der Clearingbericht sollte nicht mit einer Leitlinie verwechselt werden.