Zusammenfassung und Empfehlungen für eine nationale Leitlinie "Mammakarzinom" für Deutschland
German Guideline Clearing Project "Breast Cancer"
Expertenkreis Mammakarzinom des Deutschen Leitlinien-Clearingverfahrens
2003
| Klicken Sie auf das Buchsymbol, um zum vollständigen Leitlinen-Clearing-Bericht (Volltext) zu gelangen. |
 Leitlinien-Clearingbericht
|
Hier finden Sie Auszüge des Clearingberichtes "Mammakarzinom":
A. Zusammenfassung
B. Zusammenfassung der Vorschläge (Executive Summary)
1. Inhalte, Anwendungsbereich und Implementierung einer Leitlinie
2. Behandlungsziele / Planung / Interaktion der Versorgungsstrukturen
3. Definition
4. Epidemiologie
5. Genetik
6. Allgemeine Diagnostik
7. Bildgebende Diagnostik
8. Pathologische Diagnostik
9. Staging / Grading
10. Prognosekriterien
11. Operative Therapie
12. Medikamentöse Therapie
13. Radioonkologie
14. Unkonventionelle (häufig verwendete) Methoden ohne "sichere Nachweise antitumoraler Wirkung"
15. Umgang mit experimentellen Therapieformen
16. Therapie von Lokalrezidiven / Metastasen
17. Therapie der Folgestörungen
18. Maßnahmen der Psychoonkologie
19. Rehabilitation und Sozialmedizin
20. Nachsorge
21. Palliativtherapie
22. Therapie spezieller Gruppen
23. Kosten / Nutzen
24. Maßnahmen des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung
Mitglieder des Expertenkreises, vollständiger Leitlinien-Clearing-Bericht "Mammakarzinom" (Volltext), Kontaktadresse
Die gedruckte Fassung ist als Band 16 in der "äzq Schriftenreihe" erschienen und im Buchhandel mit der ISBN 3-89906-901-4 erhältlich oder über eine Online-Bestellung bei libri.de zu beziehen.
Weitere Materialien:
Bewertete und nicht bewertete Leitlinien
(282 KB)
Suchstrategie
(81 KB)
Massnahmenkatalog
A. Zusammenfassung
Hintergrund und Zielsetzung
Zur Qualitätsförderung der Gesundheitsversorgung von Menschen mit Mammakarzinom verabredeten die Partner des Leitlinien-Clearingverfahren im März 2002 die Durchführung eines Clearingverfahrens zu deutsch- und englischsprachigen Leitlinien zur Behandlung des Mammakarzinoms.
Ziel dieses Clearingverfahrens ist die vergleichende Qualitätsdarlegung von Methodik und Inhalt von Leitlinien und daraus resultierend die Entwicklung von Empfehlungen, die bei der Entwicklung einer nationalen, evidenzbasierten Leitlinie zur Behandlung des Mammakarzinoms beachtet werden sollen.
Recherche
Systematische Datenbankrecherche nach deutsch- und englischsprachigen ärztlichen Leitlinien zur Behandlung des Mammakarzinoms im Angebot des Leitlinien-Informationssystems des ÄZQ unter http://www.leitlinien.de/ und in Literaturdatenbanken für den Zeitraum von 1992 bis 2002. Die Gesamttrefferzahl belief sich auf 1222. Nach Ausschluss von Dubletten bzw. Literaturzitaten wurden 237 Titel gesichtet. Im August 2003 wurde in einer Aktualisierungsrecherche geprüft, ob für die bewerteten Leitlinien aktualisierte Fassungen (Updates) erschienen sind.
Bewertung
Unter Berücksichtigung der Einschlusskriterien (u.a. überregionaler Anbieter, aktuelle und gültige Version) wurden 16 deutsch- bzw. englischsprachige internationale Leitlinien zur Therapie des Mammakarzinoms in das Clearingverfahren eingeschlossen.
Die Bewertung der methodischen Aspekte der Leitlinien und ihrer Erstellung erfolgte anhand der Checkliste "Methodische Qualität von Leitlinien" (2. Version, 8/1999). Ein multidisziplinär aus Leitlinienanwendern und Methodikern zusammengesetzter Expertenkreis konsentierte die Auswahl der Leitlinien und überprüfte die Bewertung der Methodik. Die inhaltliche Bewertung der Leitlinien erfolgte hinsichtlich ihrer Angemessenheit und Praktikabilität für das deutsche Gesundheitssystem.
I. Ergebnisse der Bewertung der methodischen Qualität
Keine der Leitlinien erfüllt vollständig die Kriterien der Checkliste "Methodische Qualität von Leitlinien". Neun Leitlinien dokumentieren eine systematische Literaturrecherche und weisen gleichzeitig eine Verknüpfung der Leitlinienempfehlungen mit der jeweils zugrunde liegenden Evidenz auf. Einige dieser Leitlinien setzen außerdem ein formalisiertes Konsensusverfahren bei der Entscheidungsfindung ein.
Künftigen deutschen Leitlinienprogrammen zur Behandlung des Mammakarzinoms wird insbesondere die Berücksichtigung folgender methodischer Aspekte empfohlen:
(1) Formulierung der Empfehlungen auf der Grundlage systematisch recherchierter und bewerteter Evidenz, (2) Verknüpfung von Evidenz und Empfehlungen, (3) Verwendung standardisierter, transparenter Konsensusprozesse, (4) Angaben zur Zusammensetzung des Leitliniengremiums unter Berücksichtigung von relevanten Anwendern und Betroffenen, (5) Darlegung von möglichen Interessenkonflikten, (6) Festlegung von Gültigkeitsdauer und Konkretisierung des Verfahrens für Aktualisierung und Fortschreibung, (7) Definition des Anwendungsbereiches, (8) Berücksichtigung des Handlungskontextes der angesprochenen Nutzer und der Schnittstellen zwischen den Behandlungsebenen, (9) Einbindung von Patientinnen in Entscheidungsprozesse, (10) Erarbeitung unterschiedlicher, an die Zielgruppen angepassten Versionen für Anwender, Patientinnen und / oder Angehörige, (11) Darlegung eines Implementierungskonzeptes, (12) Beschreibung von Verfahren, wie der Nutzen der Leitlinie sowohl für Patientinnen als auch für das Gesundheitssystem ermittelt werden soll.
II. Ergebnisse der Bewertung der Inhalte
Der Expertenkreis definierte inhaltliche Eckpunkte, die bei Erstellung einer überregionalen deutschen Leitlinie zur Behandlung des Mammakarzinoms berücksichtigt werden sollen.
Das Ausmaß, in dem die Inhalte der bewerteten Leitlinien den Anforderungen des deutschen Gesundheitssystems gerecht werden, wurde identifiziert und sich daraus ergebende Probleme benannt. Der Expertenkreis entwickelte entsprechende Vorschläge, die bei der Entwicklung der Struktur und dem Inhalt einer nationalen Leitlinie zur Behandlung des Mammakarzinoms berücksichtigt werden sollten. Durch die Auswahl von vorbildlichen Textbausteinen aus den zugrunde liegenden Leitlinien wurden diese Forderungen konkretisiert.
Keine der bewerteten Leitlinien entspricht vollständig den inhaltlichen Eckpunkten, die die Fokusgruppe für eine überregionale Leitlinie zur Therapie des Mammakarzinoms empfiehlt.
Die Bewertung der nationalen und internationalen Leitlinien im Clearingverfahren Mammakarzinom zeigte jedoch, dass diese bei der Entwicklung einer nationalen Leitlinie zur Behandlung des Mammakarzinoms, die methodisch und inhaltlich definierten Qualitätskriterien gerecht wird, genutzt werden können.
Schlussfolgerung
Die in diesem Clearingverfahren methodisch und inhaltlich bewerteten Leitlinien verfügen über eine große Zahl hochwertiger Informationen. Diese sollten zusammen mit dem vorgelegten Clearingbericht zur Entwicklung einer Leitlinie zur Therapie des Mammakarzinoms, die den Qualitätskriterien des Clearingberichtes entspricht, genutzt werden.