Zusammenfassung und Empfehlungen für eine nationale Leitlinie "Koronare Herzkrankheit" für Deutschland
German Guideline Clearing Project "Coronary Heart Disease"
Expertenkreis Koronare Herzkrankheit des Deutschen Leitlinien-Clearingverfahrens
2002
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 Leitlinien-Clearingbericht
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Hier finden Sie Auszüge des Clearingberichtes "Koronare Herzkrankheit":
A. Zusammenfassung (Abstract)
B. Kurzbericht (Executive Summary)
Vorschlag zum methodischen Vorgehen zur zukünftigen Entwicklung einer nationalen Leitlinie Koronare Herzkrankheit
1. Ziele und Anwendungsbereich einer nationalen Leitlinie KHK
2. Definition und Unterteilung der einzelnen Manifestationen der KHK
3. Krankheitsursachen / Risikofaktoren / Risikomarker
4. Komorbidität
5. Prävention
6. Spezielle Aspekte
7. Diagnostik / Differenzialdiagnostik und Kriterien der Einstufung / Früherkennung und Screening / Verlaufskontrolle
8. Grundsätze der Behandlungsstrategie
9. Risikostratifizierung / Prognose
10. Allgemeine therapeutische Maßnahmen (und alternative Therapien)
11. Spezifische medikamentöse Therapie
12. Interventionelle Therapie
13. Rehabilitation ambulant / stationär
14. Notfalltherapie ("Akuter Myokardinfarkt")
15. Versorgungskoordination / Schnittstellen der Versorgung
16. Qualität der Versorgung
17. Disseminierung und Implementierung
Mitglieder des Expertenkreises, vollständiger Leitlinien-Clearing-Bericht "Koronare Herzkrankheit" (Volltext), Kontaktadresse
Die gedruckte Fassung ist als Band 11 in der "äzq Schriftenreihe" erschienen und im Buchhandel mit der ISBN 3-89906-901-3 erhältlich oder über eine Online-Bestellung bei libri.de zu beziehen.
Weitere Materialien:
Bewertete Leitlinien, nicht bewertete Leitlinien und Literatur
Massnahmenkatalog
Zusammenfassung
Hintergrund:
Zur Qualitätsförderung der Gesundheitsversorgung von Menschen mit Koronarer Herzkrankheit verabredeten die Spitzenverbände der Selbstverwaltungskörperschaften im Gesundheitswesen im Jahr 2001 die Durchführung eines Leitlinien-Clearingverfahrens zu deutsch- und englischsprachigen Leitlinien für die Koronare Herzkrankheit (KHK).
Zielsetzung:
Recherche, formale und inhaltliche Bewertung der Leitlinien nach den Methoden der evidenzbasierten Medizin mit dem Ziel der Qualitätsdarlegung für Leitlinien, die den internationalen Standards entsprechen. Formulierung von Empfehlungen für eine nationale, evidenzbasierte Leitlinie zur KHK.
Methode:
Leitlinienrecherche und formale Bewertung im Clearingverfahren Koronare Herzkrankheit:
Systematische Datenbankrecherche nach deutsch und englischsprachigen Leitlinien in Xmed (inkl. Medline, Embase etc.) und dem Angebot aus Leitliniendatenbanken für den Zeitraum Januar 1990-2001 mit insgesamt 1836 Treffern.
Nach Bereinigung der Suchergebnisse (Dubletten, unkorrekte Verschlagwortung) wurden 152 Zitate und Abstracts gesichtet und insgesamt 23 Leitlinien methodisch bewertet.
Inhaltliche Bewertung:
Inhaltliche Bewertung von 23 Leitlinien mit folgenden Einschlusskriterien: KHK, deutsch- und englischsprachige Versionen von überregionaler Bedeutung, keine Leitlinie zur Primärprävention, aktuellste gültige Version bei mehreren Leitlinien eines Herausgebers. Inhaltliche Bewertung durch eine Fokusgruppe von ärztlichen Leitlinienanwendern aus ambulanter und stationärer Versorgung sowie Methodikern (Expertenkreis KHK des ÄZQ).
Berichtsverfahren:
Schriftliche Bewertung von formaler / inhaltlicher Bewertung mittels strukturierter Abstracts, Formulierung von Eckpunkten einer nationalen Musterleitlinie „Koronare Herzkrankheit“ und Darlegung beispielhafter Textbausteine auf der Grundlage der Recherche- und Bewertungsergebnisse.
Ergebnisse:
23 Leitlinien wurden formal mit der „Checkliste methodische Qualität von Leitlinien“ des Leitlinien-Clearingverfahrens bewertet. Unterschiede in der Qualität fanden sich bezüglich des Entwicklungsprozesses, der Verknüpfung der Empfehlungen mit der Evidenz und Empfehlungen zur Implementierung.
Künftigen deutschen KHK-Leitlinienprogrammen wird die Berücksichtigung folgender Kriterien empfohlen: (1) Formulierung der Empfehlungen mittels standardisierter, transparenter Konsensusprozesse auf der Grundlage systematisch recherchierter und bewerteter Evidenz, (2) Verknüpfung von Evidenz und Empfehlungen, (3) Erarbeitung unterschiedlicher, an die Zielgruppen angepasster Versionen für Anwender und Patienten und / oder Angehörige, (4) Erarbeitung leitliniengestützter Trainingsmaterialien für Anwender, (5) kurzfristige Aktualisierung, (6) Berücksichtigung der Vorschläge zum methodischen Vorgehen und Begründung von Abweichungen im empfohlenen methodischen Vorgehen.
Inhaltliche Bewertung:
Keine der bewerteten Leitlinien entspricht vollständig den folgenden inhaltlichen Eckpunkten, die die Fokusgruppe für eine überregionale deutsche KHK-Leitlinie empfiehlt: (1) Ziele und Anwendungsbereich, (2) Definition und Unterteilung der einzelnen Manifestationen der KHK, (3) Krankheitsursachen, Risikofaktoren und Risikomarker (4) Komorbidität, (5) Prävention, (6) Spezielle Aspekte, (7) Diagnostik / Differenzialdiagnostik und Kriterien der Einstufung / Früherkennung und Screening / Verlaufskontrolle, (8) Grundsätze der Behandlungsstrategie, (9) Risikostratifizierung / Prognose, (10) Allgemeine therapeutische Maßnahmen, (11) Spezifische Medikamentöse Therapie, (12) Interventionelle Therapie, (13) Rehabilitation ambulant / stationär, (14) Notfalltherapie, (15) Versorgungskoordination / Schnittstellen der Versorgung, (16) Qualität der Versorgung und Hinweise zur wirtschaftlichen Versorgung, (17) Disseminierung und Implementierung.
Die Grundlage sämtlicher Empfehlungen (wissenschaftlich, Konsens, Erfahrung) sollte stets explizit benannt werden (Evidenzbasierung). Ökonomische Implikationen sind als Kriterium bei alternativen Handlungsoptionen explizit zu berücksichtigen. Die Formulierungen der Leitlinie sollten den Handlungskontext der angesprochenen Nutzer (z. B. Hausärzte) berücksichtigen.
Die Ergebnisse des Expertenkreises KHK zeigen anhand beispielhafter Textbausteine aus den bewerteten Leitlinien, dass die Erarbeitung einer nationalen KHK-Leitlinie, die den formalen und inhaltlichen Qualitätskriterien des Clearingverfahrens entspricht, auf bestehende Leitlinien abgestützt werden kann.